Abiturienten präsentierten in der Ausstellung „Das bleibt“ ihre besten Werke

Mit Mut Kunst erfahren

Dramatisches Selbstbildnis: Antonia Heußner (18) malte eine Theaterszene aus Shakespears Hamlet und zeigte sie bei der Kunstausstellung der Modellschule Obersberg. Fotos: Geier

Bad Hersfeld. Nicht jedes Bild, das man im Kunstunterricht malt, ist etwas besonderes. Aber diese schon. Und sie bleiben. Die Abiturienten der Modellschule Obersberg in Bad Hersfeld haben ihre besten Arbeiten nun in einer Kunstausstellung Besuchern vorgestellt.

Vier Kurse stellten 100 Werke aus, die von Selbstporträts über moderne Kunst bis zu gebäuchlicher Kunst reichten. Kleine Gipsfiguren, die im Sprung erstarrt waren, standen in Vitrinen, und viele Fotografien erweiterten die Austellung, die im letzten Schuljahr von den Abiturienten geschaffen worden war.

Von einem Arbeitsauftrag waren die Besucher sehr überrascht: Lampen aus recycelten Materialien basteln – Schüler entwarfen und bauten Lampenschirme aus alten Saftpackungen oder Fast-Food-Containern. „Da trifft die Frage ‘Ist das Kunst oder kann das weg?’ voll ins Schwarze“, berichtet Kunstlehrerin Eva Martens-Salzmann. „Und diese Kunstwerke haben Schüler und Schule ins Herz geschlossen.“ Vor allem die Leistungskursschüler hätten sich mutig an die Kunst herangewagt. Eine Lampe, die die Blicke von vielen Besuchern auf sich zog, stammt von Carla Volkert. Alte Schulnotizen bildeten wie bei einem Zapfen einen länglichen Lampenschirm. „Wir hatten völlig freie Hand und ich wollte mein Wissen recyceln“, berichtet die 18-Jährige.

Antonia Heußner präsentierte ein Selbstbildnis. Auf ein Leinwand ließ sie eine Szene aus Shakespears Hamlet entstehen. Sie selbst mit dem markanten Schädel in der Hand. Mehrere Wochen investierte die 18-Jährige in die Entstehung des Bildes. Erst nach einem Foto und dann mit einem Spiegel in der Hand malte sie die düstere Szene. Inspiriert durch den Maler Caravaggio entstand das dramatische Bild, das ungewohnt lebensecht wirkt.

Von Christiane Geier

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