Der Kunstverein Bad Hersfeld strebt mit neuem Vorstand verstärkt in die Öffentlichkeit

Kulturlandschaft beleben

Maria Wieczorek (links), die neue Vorsitzende des Kunstvereins, und ihre Stellvertreterin Ute Henkel wollen mehr Öffentlichkeit für die Kunst erreichen. Foto: Zacharias

Bad Hersfeld. Kunst will wahrgenommen werden. Sie sucht die Öffentlichkeit, will anregen, vielleicht auch mal aufregen, will nachdenklich machen, aber auch Freude bereiten. Der neue Vorstand des Bad Hersfelder Kunstvereins möchte deshalb, neben der bisher schon bewährten Arbeit, auch auf neue Formen der Kunstvermittlung setzen. Das betonen die Vorsitzende Maria Wieczorek und ihre Stellvertreterin Ute Henkel.

Jugendliche gehören dazu

So denken die beiden unter anderem über eine stärkere Zusammenarbeit mit Schulen nach. „Jugendliche gehören dazu“, betont Maria Wieczorek. „Kunst integriert und gibt ein Freiheitsgefühl“, weiß sie aus ihrer langjährigen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in der Begegnungsstätte Helfersgrund. Deshalb würde sie gerne auch noch mehr Kinder als bisher über die Kursangebote in der Kinderakademie erreichen.

Für Künstler und an Kunst Interessierte möchte der Kunstverein zudem Gespräche über Kunst ins Leben rufen. Dazu gehören auch thematische Ausstellungen. Eine erste wird am kommenden Sonntag, 27. Mai, um 11 Uhr in der Stadthalle eröffnet. Gezeigt werden unter dem Titel „Ein Schritt zur Wahrheit“ Skizzen aus Afghanistan.

In der Stadthalle kann der Kunstverein, auch das ist neu, über einen Ausstellungsraum verfügen. Die sogenannte Kunstinsel entstand im Untergeschoss in der ehemaligen Garderobe. Der Raum wurde von der Stadt hergerichtet und mit Vitrinen und Bilderschienen ausgestattet, berichtet Ute Henkel. Damit löste Bürgermeister Thomas Fehling seine Zusage ein, den Kunstverein auf der Suche nach Ersatz für die Ausstellungs- und Arbeitsmöglichkeiten in der Schildehalle zu unterstützen.

„Wir sind sehr dankbar für den neuen Raum und die umkomplizierte Unterstützung durch die Stadt“, sagt Maria Wieczorek. In Zukunft soll die Kunstinsel ein buntes Programm bieten, das die Breite des Wirkens der Mitglieder des Vereins widerspiegelt, kündigt Wieczorek an.

Ausstellungsmöglichkeiten erhält der Kunstverein zudem in den Räumen der Brücke in der Unteren Frauenstraße (ehemalige Lullusquelle).

Atelier gesucht

Dennoch ist der Kunstverein nach wie vor auf der Suche nach einem Atelier, in dem öffentlich gearbeitet werden und mit dem auch ein Publikum erreicht werden kann, das sonst Kunstausstellungen mit Schwellenangst begegnet. „Das Problem ist nur, wir können die Mieten in der Innenstadt nicht bezahlen“, macht Wieczorek deutlich und hofft auf einen Förderer, der dem Verein Räume mietfrei zur Verfügung stellen würde.

Zu den Zielen des neuen Vorstands gehört zudem, eine engere Zusammenarbeit mit anderen Kulturschaffenden in der Stadt. „Wir wollen am öffentlichen Leben teilhaben, Einfluss nehmen und die Kulturlandschaft der Stadt beleben“, betont Ute Henkel. Alle, die dabei mitwirken wollen, sind willkommen: „Zusammen schafft man mehr als allein“, sagt die überzeugte Netzwerkerin Maria Wieczorek.

Auch innerhalb des Vereins setzt der neue Vorstand verstärkt auf Teamarbeit.

Von Christine Zacharias

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