Bürgermeister Fehling schlägt Universallösung für Museen, Vereine und Buchcafé vor

„Kulturhof“ für alles

In der momentan nur zum Teil genutzten Immobilie neben der Eisenbahn-Überführung der Frankfurter Straße könnte ein „Kulturhof“ entstehen, mit dem gleich eine ganze Reihe von Standort- und Platzproblemen zu lösen wären. Die Bauverwaltung wird jetzt eine erste Kostenkalkulation erstellen. Der historische Backsteinbau, in dem früher die Braun’sche Tuchfabrik ansässig war, befindet sich im Eigentum des Unternehmers Friedrich Krumme, mit dem bereits erste Gespräche geführt wurden. Foto: Schönholtz

Bad Hersfeld. In Sachen Kultur hat die Stadt Bad Hersfeld nicht nur bei den Festspielen ein paar drängende Probleme: Wohin mit dem geplanten Industriemuseum? Wohin mit dem Stadtarchiv? Wohin mit den ausgelagerten Beständen des Museums im Stift? Auch der Kunstverein braucht neben einer ganzen Reihe von weiteren Vereinen mehr Platz, und nicht zuletzt geht es um neue Räumlichkeiten für das Buchcafé.

Eine Universallösung namens „Kulturhof“ präsentierte Bürgermeister Thomas Fehling am Mittwoch völlig überraschend im Stadtverordneten-Ausschuss für Kultur und Bildung. Standort soll demnach die nur zum Teil belegte ehemalige Braun’sche Tuchfabrik in der Landecker Straße sein, die vor einiger Zeit schon einmal als Jugenddisco im Gespräch war.

Eigentümer ist der örtliche Unternehmer Friedrich Krumme, mit dem bereits erste Gespräche geführt wurden. In dem historischen Backsteinbau stehen auf vier Etagen rund 2200 Quadratmeter Nutzfläche zur Verfügung.

Kalkulation und Konzept

Nachdem der Kulturausschuss Fehlings Idee einmütig positiv aufgenommen hat, soll nun eine erste Kostenkalkulation erfolgen, die Grundlage für eine Aufnahme in den städtischen Haushalt 2014 wäre. Danach könnte mit Hilfe der Leader-Förderung ein Nutzungskonzept erstellt werden.

• Platz wäre hier beispielsweise für das angedachte Museum zur Hersfelder Industriegeschichte, das bisher im alten Verwaltungsgebäude im Schilde-Park eingerichtet werden sollte. Dagegen sprechen jedoch mittlerweile die hohen Kosten.

• Platz wäre hier auch für bislang ausgelagerte Museumsstücke sowie für die Exponate, die der neuen Festspiel-Ausstellung im städtischen Museum weichen müssen.

• Auch das Buchcafé, das demnächst aus der alten Druckerei in der Klausstraße ausziehen muss, könnte möglicherweise hier eine neue Heimat finden und die Bewirtschaftung des gesamten „Kulturhofes“ übernehmen.

• Einen neuen Standort sucht die Stadt auch für ihr Archiv, das derzeit in Kellerräumen unterhalb der Bibliothek untergebracht ist. Dort ist die gesammelte Stadthistorie zwar nicht akut gefährdet, doch zum einen sind die Arbeitsbedingungen mäßig und Öffentlichkeit eigentlich nicht vorgesehen. Weil ein Archiv von der Bedeutung des Hersfelders im Grunde ein auch für Besucher erlebbares Kulturgut sein sollte, stellt sich die Frage nach einer geeigneten Unterbringung.

• Zahlreiche Vereine und Gruppierungen – allen voran der Kunstverein, die Eisenbahnfreunde und der Stadtmusikverein – könnten im „Kulturhof“ geeignete Räumlichkeiten finden. Auch Probenräume für Festspiele und Oper wären hier vorhanden.

50 000 Euro gespart

Weil die Stadt diese Vereine und ihre Arbeit auch bisher schon mit Zuschüssen und Mietzahlungen unterstützt, hat der Bürgermeister eine Summe von jährlich 40- bis 50 000 Euro errechnet, die dann gespart würde und für die Unterhaltung des „Kulturhofs“ zur Verfügung stünde.

Die erforderlichen Umbau-, Einrichtungs- und Umzugskosten wären allerdings eine zusätzliche, einmalige Investition.

Von Karl Schönholtz

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