Kultusministerium gibt der Konrad-Duden-Schule in Bad Hersfeld grünes Licht

Kultur wird reguläres Fach

So bunt wie die Duden-Porträts an der Wand ist das Kreativ-Angebot der Konrad-Duden-Schule im neuen Fach „Kulturelle Praxis“. Das wurde sehr zur Freude von Schulleiterin Susanne Hofmann (Zweite von links) jetzt vom Kultusministerium als Regelunterricht genehmigt. Von rechts im Bild die drei Schulsprecher Youkhanna Aschour, Katty Seke und Melissa Hellberg, daneben Lehrer Thomas Schäfer. Foto: Schönholtz

Bad Hersfeld. Seit viereinhalb Jahren arbeitet die Konrad-Duden-Schule (KDS) in Bad Hersfeld an ihrer Ausrichtung als Kulturschule, seit 2011 ist sie als solche zertifiziert. Jetzt folgte der nächste Schritt: Das Hessische Kultusministerium hat die versuchsweise Einführung des neuen Unterrichtsfachs „Kulturelle Praxis“ für die fünften und sechsten Klassen genehmigt.

„Kulturelle Praxis“ verbindet in zwei Schulstunden wöchentlich Elemente aus den Fächern Informatik, Deutsch, Kunst und Sport zu neuen, kreativen Inhalten. Bisher lief dieser Unterricht an der KDS unter dem Titel „Tür auf für die Künste“, im Schüler-Jargon kurz „Tafdik“ genannt.

Werbespots nachgespielt

Ein aktuelles Beispiel ist die Arbeit einer sechsten Klasse, die mehrere Werbespots und Kinotrailer sprachlich analysierte und nachspielte und die Ergebnisse während einer Abendveranstaltung Eltern und Lehren präsentierte.

In bester Erinnerung sind auch die vielfältigen Beiträge der KDS zur Literatur-Aktion „Bad Hersfeld liest ein Buch“ im vergangenen Jahr, als die Schülerinnen und Schüler eine Ausstellung im Mitmach-Museum „wortreich“ auf die Beine stellten.

Tanz, Gedichte schreiben, spielerisch Fertigkeiten am Computer erwerben, Fotografieren oder Theater – all das und noch viel mehr ist in diesem Fach möglich.

„Kulturschule muss man erleben“, sagt Schulsprecherin Katty Seke und bestätigt Schulleiterin Susanne Hofmann, die in der kulturellen Spezialisierung der KDS ein Gemeinschaftsprojekt von Lehren, Schülern und Eltern sieht. „Alle sind eingebunden, alle machen mit“, sagte Hoffmann. Ihr Kollege Thomas Schäfer wies zudem auf die umfangreichen Fortbildungsmaßnahmen hin, die seitens der Lehrerschaft mit Blick auf das neue Fach absolviert wurden.

Das wird an der KDS nun als erster Schule in Hessen unterrichtet. Allerdings heißt es nun auch dort ganz offiziell „Kulturelle Praxis“. Der Zusatz „Tür auf für die Künste“ muss auf Geheiß des Ministeriums wegen der möglichen Übertragbarkeit auf andere Schulen entfallen. Vorausgegangen war ein Marathon durch die Genehmigungs-Instanzen vom Kreis über das Schulamt bis eben nach Wiesbaden.

Wer mehr über das Kultur-Angebot der KDS erfahren möchte, der hat dazu schon übermorgen am Samstag, 23. Februar, Gelegenheit. Dann findet von 9.45 bis 12.30 Uhr der „Tag der offenen Tür“ statt, der insbesondere den angehenden Fünftklässlern zur Orientierung dienen soll.

Von Karl Schönholtz

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