Künstlerin Renate Wandel bezieht Stellung

„Kultur wird mit Füßen getreten“

Beschäftigt: Renate Wandel beim Aufhängen von Zeitungsmeldungen. Unter der Abdeckung steckt ein Bild von Schiller und Goethe. Foto: Wandel

Bad Hersfeld. Renate Wandel wollte sich eigentlich an diesem Wochenende mit ihrer Ausstellung „Alles Theater“ an der laufenden Debatte um die Entlassung des Intendanten Holk Freytag beteiligen. Geplant war die Aktion bis zum Sonntag, 3. August, in der Galerie im Stift. Auf Betreiben der Stadt als Hausherr der Galerie, bleibt sie nun aber wohl geschlossen (siehe Seite 1).

Gezeigt werden sollten Bildnisse zu großen deutschen Literaturklassikern – von Goethes Faust bis zu Carl Zuckmayers „Hauptmann von Köpenick“. Die Malerin möchte aktuelle Zeitungsartikel, die sich mit der Entlassung Freytags beschäftigen, an ihre Werke heften, und somit zu der aktuellen Diskussion beitragen – auf ihre Art. Dabei stehen vor allem Motive mit Freiheitsbezug im Blickpunkt.

Ein Bildnis von Goethe und Schiller wird gar mit Trauerflor bedeckt, „die beiden waren Freigeister. Ich wollte nicht, das sie mitansehen müssen was hier im Moment mit der Kunst passiert“, erklärt Renate Wandel.

Künstlerische Freiheit bedroht

„Holk Freytag ist ein sehr fähiger Intendant, seine Kündigung finde ich einfach unmöglich“, so Wandel. Sie sieht die künstlerische Freiheit in der Festspielstadt bedroht. „Schon seit mehreren Jahren plagt mich ein kulturelles Unbehagen. Über Kultur kann man eben nicht aus dem Rathaus entscheiden“, meint Renate Wandel.

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