Energetische Modernisierung steht auf der Kippe

Kürzungspläne für Gebäudesanierung

Hersfeld-Rotenburg. Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) warnt vor dem Rotstift bei energetischer Gebäudesanierung: Die von der schwarz-gelben Regierungskoalition geplante Kürzung der Bundesmittel für die CO2-Gebäudesanierungsprogramme werde für Hausbesitzer, Wohnungseigentümer und die Wirtschaft im Kreis Hersfeld-Rotenburg negative Folgen haben.

„Wenn es künftig deutlich weniger Fördergeld gibt, wirkt das wie ein Bremsklotz. Dringend notwendige Modernisierungen von Häusern und Wohnungen werden zwangsläufig auf Eis gelegt. Das ist schlecht für das Klima, für das heimische Handwerk und für die Beschäftigten“, sagt der Vorsitzende des IG BAU-Bezirksverbandes Nordhessen, Helmut Ruckert.

5372 Wohnungen gefördert

Der Gewerkschafter verweist auf die erfolgreiche Bilanz der KfW-Programme „Energieeffizient Bauen“ und „Energieeffizient Sanieren“ in diesem Jahr. So seien bis einschließlich September durch die CO2-Gebäudesanierungsprogramme im Kreis Hersfeld-Rotenburg insgesamt 5372 Wohneinheiten gefördert worden.

„Das wird sich im kommenden Jahr drastisch ändern, wenn der Bundestag in dieser Woche tatsächlich den Kürzungsplänen der schwarz-gelben Koalition zustimmt und die Fördermittel im kommenden Jahr gegenüber 2009 halbiert werden. Dann stehen 2011 für energetische Sanierungen in Deutschland lediglich rund 900 Millionen Euro Fördermittel zur Verfügung,“ so Ruckert.

Falsches Signal

Mit weniger Geld und weniger Fördersicherheit werde es im Kreis Hersfeld-Rotenburg künftig weniger Wohnraummodernisierungen geben. Weniger Aufträge für kleine und mittlere Handwerksbetriebe gefährdeten auch Arbeitsplätze. Es sei, so der Bezirkschef der IG BAU, ein falsches Signal, bei erfolgreichen Programmen zur Energieeinsparung zu kürzen. Wenn es die Bundesregierung mit dem Klimaschutz ernst meine, dürfe sie die Mittel nicht zurückfahren. (red)

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