Energetische Sanierung: Kritik von Handwerk und Klimaschutz

Kürzungen treffen Baugewerbe doppelt

Guido Spohr

Hersfeld-Rotenburg. Die vom Bundestag mit dem Haushalt 2011 beschlossene Kürzung der Fördermittel für die energetische Gebäudesanierung trifft das Baugewerbe im Landkreis Hersfeld-Rotenburg gleich doppelt. Nach Ansicht des Hauptgeschäftsführers der Kreishandwerkerschaft, Dirk Bohn, ist die Branche nämlich ohnehin schon belastet, weil die Projekte aus dem Konjunkturförderungsprogramm jetzt auslaufen.

„Die energetische Sanierung wird ins Stocken geraten“, prophezeit Bohn, der sowohl das Bauhaupt- wie auch das Baunebengewerbe betroffen sieht. „Für einzelne Betriebe ist dieses Arbeitsfeld ein wichtiges Standbein und macht bis zur Hälfte der Aufträge aus“, weiß der Sprecher der Kreishandwerkerschaft.

Darüber hinaus sei die Reduzierung der Zuschüsse kurzsichtig, argumentiert Bohn. Denn jeder Förder-Euro ziehe Investitionen von sieben bis neun Euro nach sich. Alleine über die damit verbundene Mehrwertsteuer profitiere der Fiskus von der Förderung, sagte Bohn unserer Zeitung.

Das entspricht auch den Erfahrungen, die der Klimaschutzbeauftragte der Stadt Bad Hersfeld, Guido Spohr, mit dem Förderprogramm „Bad Hersfeld saniert sich“ gesammelt hat.

Mit 170 000 Euro hat die Stadt seit Mitte Juli energetische Sanierungsprojekte unterstützt und dadurch Investitionen in einer Gesamthöhe von zwei Millionen Euro initiiert. „Das ist regionale Wirtschaftsförderung“, sagt Spohr, befürchtet nun aber rückläufiges Interesse: „Bei weniger Förderung wird auch weniger saniert.“ ZUM Tage, Hintergrund

Von Karl Schönholtz

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