Soziale Einrichtungen fürchten zu große Lücken in Dienstplänen

Kürzere Wehrpflicht gefährdet Standort nicht

Hersfeld-rotenburg. Ab 2011 soll die Wehrpflicht nach Plänen der Bundesregierung auf sechs Monate verkürzt werden. Trotzdem besteht nach Ansicht von Bürgermeister Manfred Fehr keine Gefahr für den Bundeswehr-Standort Rotenburg. Auch für den Kommandeur des Verbandes, Oberstleutnant Gerald Schreiber, stellt sich keine Standortfrage.

„Unabhängig von der Frage der Wehrpflicht bin ich der festen Überzeugung, dass Rotenburg Standort der Bundeswehr bleibt.“ Das hat Bürgermeister Manfred Fehr gestern erklärt. Er gehe davon aus, dass dank der Millionen-Investitionen in Rotenburg und der guten Leistungen aller Soldaten „der Standort gesichert ist“. Niemand könne auf die Idee kommen, das Geld in den Sand setzen zu wollen. Die Verkürzung der Wehrpflicht sei sehr problematisch. Die Frage sei, ob man in dieser kurzen Zeit überhaupt noch vernünftige Ausbildung betreiben könne.

Das Führungsunterstützungsbataillon 286 bildet alle drei Monate bis zu 400 Rekruten aus. Bis zum Jahresende werde sich daran nichts ändern. „Die weitere Entwicklung hängt von den politischen Entscheidungen ab“, erklärte auf Anfrage der Kommandeur, Oberstleutnant Schreiber.

Lediglich sechs Monate Wehrpflicht bedeuten aber auch eine ebenso verkürzte Zivildienstzeit. Das sehen die sozialen Einrichtungen im Kreis kritisch. „Es könnte sein, dass wir in Zukunft lieber junge Leute nehmen, die ein Freiwilliges Soziales Jahr machen wollen, als Zivis“, sagt Peter Diel, Verwaltungsleiter des Elisabeth-Krankenhauses Bad Hersfeld. Beim Rettungsdienst sei das schon üblich. Wenn man Einarbeitungszeit, Urlaub und Schulungen abziehe, bleibe den Zivildienstleistenden nämlich wenig Arbeitszeit. „Ich denke nicht, dass viele ihren Zivildienst freiwillig auf ein Jahr verlängern werden, wenn sie schon studieren können“, sagt Diel. HINTERGRUND / POLITIK

Von Manfred Schaake und Judith Strecker

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