Kein Missbrauch von Fördergeld in unserem Kreis

Künholz nimmt Amazon in Schutz

Hersfeld-Rotenburg. Sozialdezernentin Elke Künholz (SPD) hat einem Spiegel-Bericht widersprochen, wonach Amazon massenhaft Arbeitslose ohne Vergütung beschäftigen soll (wir berichteten). „Der missbräuchliche oder zumindest fragwürdige Einsatz von Fördergeldern an einen ortsansässigen Online-Versandhändler kann nicht bestätigt werden“, teilt Künholz per Pressemeldung mit. Sie ist auch für die Kommunale Vermittlung in Arbeit (KViA) des Landkreises zuständig, der als Optionskommune die Betreuung der Langzeitarbeitslosen übernommen hat.

Insbesondere für den Logistikstandort Hersfeld-Rotenburg bedürfe es eines hohen Grades an Einvernehmen der Akteure zur Vermittlung Arbeitsloser. Dazu gebe es verbindliche Absprachen zwischen KViA und örtlicher Agentur für Arbeit. Auf dem hiesigen Arbeitsmarkt wolle man keine Konkurrenz die dazu führe, dass der Arbeitsmarktakteur mit den höchsten finanziellen Förderungen auch den Vermittlungserfolg bekomme, stellt Künholz klar. Der geeignete Bewerber solle den Arbeitsplatz erhalten, nicht derjenige Bewerber mit der größten Mitgift.

Die Optionskommune sei für etwa Zweidrittel der Arbeitslosen verantwortlich, die Arbeitsagentur betreue etwa ein Drittel. Der Forderung nach Änderung und Verschärfung der Gesetze, die gestern auch der SPD-Bundestagsabgeordnete Michael Roth erhoben hatte (wir berichteten) unterstützt Künholz nicht. „Der rechtliche Rahmen ist mehr als ausreichend. Wichtiger ist die Absprache vor Ort, damit alle arbeitslosen Bürger tatsächlich annähernd gleiche Chancen auf einen Arbeitsplatz haben.“ (red/kai)

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