Reaktionen auf absehbare Schulamts-Schließung

Künholz: Dem Kreis drohen Mehrkosten

Bebra. Die offenbar beabsichtigte Schließung des Staatlichen Schulamtes in Bebra stößt bei Politikern aller Couleur im Kreis Hersfeld-Rotenburg auf Ablehnung. Sogar die Jungen Liberalen (JuLis) kritisieren die FDP-Kultusministerin Dorothea Henzler und sehen das Schulamt als „unverzichtbaren Anprechpartner“ der Schulen im Kreis Hersfeld-Rotenburg und Werra-Meißner-Kreis.

Die Konzentration der staatlichen Schulämter in Fulda hätte zur Folge, dass dort eine Aufsichtsbehörde entstehe, die 314 Schulen zu betreuen habe, sagte auch Erste Kreisbeigeordnete und Schuldezernentin Elke Künholz (SPD). „Mit der starken Konzentration gehen die genauen Kenntnisse über die einzelnen Schulen unseres Landkreises verloren“, befürchtet sie. Aufgrund weiter Anfahrtswege könnten die Schulen sogar schlechter betreut werden und sie müssten viele Aufgaben vor Ort selbst übernehmen.

Land soll sich beteiligen

Da Schulleitungen bereits durch vielfältige Aufgaben überlastet seien, könnten Aufgaben auf die Ebene der Schulverwaltungskräfte delegiert werden, für deren Finanzierung der Landkreis zuständig sei. „Wir fordern deshalb eine angemessene Beteiligung des Landes an der Finanzierung der Schulverwaltungskräfte“, erklärte Künholz. Die Schuldezernentin weist darauf hin, dass der Kreis mit dem Schulamt den Schulpsychologischen Dienst verlieren würde. Eine Einschränkung des Beratungsangebotes könne zu höheren Folgekosten im Jugendhilfebereich führen, die ebenfalls vom Kreis getragen werden müssten.

Im Stich gelassen

Auch der Fraktionsvorsitzende der FWG im Kreistag, Jörg Brand, erklärte: „Nicht nur die stundenweise im Schulamt tätigen Fachberater, sondern auch die in pädagogischen, psychologischen und rechtlichen Angelegenheiten tätigen Mitarbeiter sind als örtliche Ansprechpartner nicht wegzudenken.“ Region, Landkreis und die Stadt Bebra würden zum wiederholten Mal im Stich gelassen, schreibt Brand weiter und fragt in diesem Zusammenhang nach den Aktivitäten des FDP-Landtagsabgeordneten Jochen Paulus.

Einzelne aus dem Blick

„Durch die Schließung des Staatlichen Schulamtes wird unsere Region erneut geschwächt“, erklärt Landtagsabgeordneter Dieter Franz (SPD). Es werde eine Zentralisierung betrieben, auf deren Weg der Blick auf besondere Bedingungen der einzelnen Schule verloren gehe. Wer vom Bildungsland Hessen schwadroniere und von selbstständigen Schulen, müsse den Schulen auch die Möglichkeit geben, sich dahin zu entwickeln. (sis)

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