Vitos Klinik Lahnhöhe verlässt Ambulanz im September 2011

Wer kümmert sich um Kinder mit Problemen?

Hersfeld-Rotenburg. Die psychiatrische Versorgung für Kinder und Jugendliche im Landkreis Hersfeld-Rotenburg ist in Gefahr. Dr. Christian Wolf, Klinikdirektor der Vitos Klinik Lahnhöhe, die in Bad Hersfeld seit 20 Jahren eine Ambulanz betreibt, schildert die Situation als dramatisch. „Alle unsere Bemühungen, hier eine vernünftige Versorgung aufrecht zu erhalten, sind gescheitert“, räumt er ein.

In einem Jahr läuft die Ermächtigung der Klinik Lahnhöhe für die Ambulanz in Bad Hersfeld aus. Beauftragt mit der psychiatrischen Versorgung ist seit Jahren das Herz-Jesu-Krankenhaus in Fulda. Dort wird zurzeit eine Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie neu gebaut. Ein vollstationäres Angebot im Hintergrund ist, so erläutert Wolf, eine der Voraussetzungen dafür, eine Ambulanz betreiben zu können. Eine weitere Voraussetzung ist inzwischen das Angebot einer Tagesklinik vor Ort. Eine solche Tagesklinik ist in Bad Hersfeld geplant. Sie soll an das St. Elisabeth-Krankenhaus angebaut werden. Doch dort ist bisher noch nichts geschehen. Nun wird die Zeit knapp.

Da die Klinik Lahnhöhe keine Tagesklinik im Kreis hat, könne sie auch keine Verlängerung der Ermächtigung beantragen und die Arbeit ihrer Ambulanz fortführen, sagt Wolf.

Mehrere Mitarbeiter der Ambulanz, unter anderem das bisherige Leitungsteam, haben inzwischen die Konsequenz aus der unsicheren Situation gezogen, und sich neue Stellen anderswo gesucht. Nachfolger seien unter diesen Umständen nicht zu kriegen, bedauert Georg Wrobel, der kommissarische Leiter. 8,3 volle Stellen gab es noch vor einem Jahr, ab Oktober werden es nur noch 5,5 sein. Die Konsequenz: Weniger Kinder und Jugendliche können behandelt und kaum neue aufgenommen werden. Waren es früher durchschnittlich 750 Patienten pro Quartal, sind es zurzeit noch 570. Und wie es ab dem September 2011 weitergehen soll, ist zurzeit völlig ungewiss. Zum Tage, Lokalseite 2

Von Christine Zacharias

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