Spedition will von Bebra aus jährlich 70 000 Tonnen Mineraldünger umschlagen

Krug setzt auf die Schiene

Investieren acht Millionen Euro: Seniorchef Siegfried Krug, Mitte, und die beiden Geschäftsführer – von links Ulrich Till und Achim Schade – haben mit dem neuen Logistikzentrum in Bebra große Pläne. 20 neue Arbeitsplätze sind dafür vorgesehen. Foto: Gottbehüt

Bebra. 70 000 Tonnen Mineraldünger will die Spedition Krug in ihrem neuen, hochmodernen Logistikzentrum in Bebra umschlagen. Zum Jahresbeginn 2011 soll es in Betrieb gehen – siehe Bericht auf Seite 1.

„Es handelt sich ausdrücklich nicht um Kunstdünger, der ja beim Einlagern einen Gefahrstoff darstellen würde, sondern um regionale Naturprodukte“, betont Speditions-Seniorchef Siegfried Krug. Der Dünger werde nach dem Entladen aus den Bahnwaggons in einen 28 Meter hohen Siloturm gefördert und von dort aus sechs Silobehältern in die zwei Verpackungsstrecken gegeben. Um eine staubfreie und umweltverträgliche Entladung zu ermöglichen, führe der Gleisanschluss bis direkt ins Gebäude hinein.

Gleisanschluss reaktiviert

„Allein die Reaktivierung vorhandener und der Bau neuer Gleise für das Projekt kosten uns 384 000 Euro“, sagt Krug. Entscheidend für die Standortwahl und Investition in Bebra sei für Krug der Erhalt des Bahnhofs in Bebra: „Wir wollen mit unseren Aktivitäten dazu massiv beitragen“, sagt der 70-Jährige, der den Bahnhof und seine Bedeutung für die Region aus der Vergangenheit gut kennt.

Für Erhalt des Bahnhofs

„Die Politik hat sich in den vergangenen Jahren vollmundig für den Erhalt des Bebraer Bahnhofs stark gemacht – und wir erwarten, dass die Landesregierung uns daher auch unterstützt und entgegenkommt“, fordert Krug. Der Bebraer Bahnhof müsse als Güterbahnhof bestehen und die Waggon-Anlieferung erhalten bleiben.

Bei der Bauplanung habe die staubfreie Handhabung des Produkts im Vordergrund gestanden: „Der gesamte Entlade- und Abfüllbereich ist staubsicher eingehaust“, berichtet Krug-Geschäftsführer Ulrich Till. Das sei auch deshalb erforderlich, da der Dünger hygroskopisch sei – also Wasser anziehe – und nicht verklumpen dürfe.

Über eine Flachfolien-Sackmaschine wird der Dünger in 25- oder 50-Kilo-Säcke eingefüllt, verschweißt, palettiert, luftdicht verpackt und eingelagert. Auf einer zweiten Produktionsschiene werden 500 bis 1100 Kilo fassende Big-Bags befüllt.

Staub wird abgesaugt

Überall, wo dennoch Staub entstehe, werde dieser über so genannte Aspirationsanlagen abgesaugt und aus der Luft gefiltert. Um Feuchtigkeitsbildung durch Temperaturunterschiede zu vermeiden muss eine konstante Raumtemperatur von 20 bis 25 Grad gleichmäßig gehalten werden.

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Von Peter Gottbehüt

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