Verkehrswacht bedauert Stellenstreichung bei der Jugendverkehrsschule

Kritik an Polizeiführung

Hersfeld-Rotenburg. Die immer wieder scharf kritisierten Stellenstreichungen bei der Polizei Osthessen haben jetzt auch auf die Jugendverkehrsschulen (JVS) Bebra und Bad Hersfeld durchgeschlagen. Von den ursprünglich vier Beamten sind zurzeit nur noch zwei tätig.

Stelle wird wieder besetzt

Der Leiter des regionalen Verkehrsdienstes der Polizeidirektion Hersfeld-Rotenburg, Hauptkommissar Jörg Hämmelmann, nannte in der Hauptversammlung der Kreisverkehrswacht Hersfeld-Rotenburg Einzelheiten. Die dritte Stelle sei nach wie vor vorhanden und werde wieder besetzt. Einen Termin konnte er jedoch auf Anfrage unserer Zeitung noch nicht nennen. Auch die Wachpolizei solle zusätzlich für die JVS eingesetzt werden.

Verkehrswacht-Vorsitzender Reinhold Bleß hatte zuvor gesagt, die Zusammenarbeit mit der Polizei sei positiv, „lässt aber auch ein bisschen zu wünschen übrig“. Bei der JVS seien Arbeitsplätze eingespart worden, „und da habe ich was gegen“. Kinder könnten sich nicht verteidigen.

Kämpfen für Kinder

Wenn alle sagen, in die Bildung müsse mehr investiert werden, dann dürften auch bei der Polizei keine Stellen in diesem wichtigen Bereich gestrichen werden. Mehr für die Bildung tun - dafür sei auch der Innenminister zuständig. Er sei nicht mit der Polizeiführung einverstanden, sagte Bleß: „Ich kämpfe im Sinne der Kinder.“

Er habe jetzt einen Brief an den Einsatzleiter des Polizeipräsidiums in Fulda geschrieben und warte auf die Antwort. Vor einem Jahr hatte Bleß nachdrücklich den Erhalt der beiden Jugendverkehrsschulen in Bebra und Bad Hersfeld gefordert und an das Polizeipräsidium appelliert, beide Standorte mit jeweils zwei Beamten zu erhalten.

Streit um Erlass

Wie Hauptkommissar Hämmelmann mitteilte, gibt es keine separaten Verkehrsschulen mehr. Bei 124 000 Einwohnern sei man im Kreis nicht zu zwei Jugendverkehrsschulen verpflichtet. Die Besetzung mit drei Polizeistellen entspreche dem Erlass. Die Verkehrswacht ist anderer Meinung: Laut Erlass müssen es vier Polizeistellen sein, weil der Kreis mehr als 100 000 Einwohner hat. Das hielt Geschäftsführer Rainer Nemnich der Polizei entgegen.

„Wir werden mit der Verkehrswacht weiter partnerschaftlich zusammenarbeiten“, sagte Hämmelmann: „Namens der Polizei danke ich für die umfangreiche Präventionsarbeit.“ Nach dem Installieren der von der Verkehrswacht finanzierten neuen blauen Wildwarnreflektoren an der Bundesstraße 62 bei Friedewald, hätten sich dort keine Wildunfälle mehr ereignet.

„Wir werden mit der Verkehrswacht weiter partnerschaftlich zusammenarbeiten.“

Jörg Hämmelmann

Im Zusammenhang mit der Aktion „Junge Fahrer“ gebe es am 26. und 27. April an der Obersbergschule Bad Hersfeld und an den Beruflichen Schulen Bebra Vorbeugungs-Veranstaltungen. Zu Beginn der Motorradsaison seien Sicherheits-Aktionen im Seepark Kirchheim und in Rohrbach geplant. HINTERGRUND

WEITERE BERICHTE

Von Manfred Schaake

Kommentare