Idee einer Projektgruppe zur Mittagsverpflegung

Kritik: Kreis schlägt Purzelbäume

Hersfeld-Rotenburg. Mit der Mittagsverpflegung an den Schulen gibt es zurzeit große Probleme. Wie berichtet, hat das Rotenburger Herz- und Kreislaufzentrum angekündigt, aus Kostengründen sechs Schulen an acht Standorten im Kreis nach den Weihnachtsferien nicht mehr beliefern zu können.

Projektgruppe gründen

Der Leiter der Jakob-Grimm-Schule in Rotenburg, Friedhelm Großkurth, und Stellvertreter Dr. Roland Kaplonek regen in einer Pressemitteilung an, dass der Landkreis seine Kräfte, die zum jetzigen Zeitpunkt in mehreren Fachdiensten angesiedelt sind, zu einer Projektgruppe „Schulverpflegung und Ganztagesentwicklung“ bündelt und mit allen Verantwortlichen und Interessierten ein tragfähiges Konzept erarbeitet.

Rückblickend stellt die JGS-Schulleitung fest, es sei noch nicht lange her, „da überboten sich im Angesicht der Finanzkrise alle Fraktionen des Kreistages mit ihrer Großzügigkeit“. Schulessen wurde kostenlos. Dieser Haltung seien dann weitere Purzelbäume des Landkreises gefolgt. Zunächst war das Essen nicht mehr kostenlos, dann gab es flankierende finanzielle Unterstützung. Nun gebe es auch diese nicht mehr.

Der Landkreis zeige guten Willen, aber beim besten Willen kein gutes Konzept. Was es gebe, sei eine vom Kreisausschuss beschlossene Richtlinie über die Qualitätsstandards des Mittagessens in der Schule. Einen Organisationsplan, wie dies sukzessive, mittel- und langfristig umgesetzt werden könnte, gebe es nicht. Zumindest sei er den Schulen nicht bekannt. Diesen werde gern der schwarze Peter zugeschoben, wenn etwas nicht funktioniere.

Schulen dürften sich einen sogenannten Caterer aussuchen. Wie sie dann mit all den schwierigen Gegebenheiten des Schulessens, die in Fachzeitschriften bestens beschrieben seien, klar kämen, sei Sache der Schulen. Die Schulleiter mutierten zu vielen Zeiten des Tages zu Restaurantleitern. Suchten sie im eigenen Hause nach Personalressourcen für die Abarbeitung von Aufgaben, dann schauten sie oft genug in die Röhre.

Die operative Unterstützung des Landkreises bestehe in der Bereitstellung von Arbeitskräften aus dem Sozialgesetzbuch-II-Bereich, die ihr Bestes versuchten. Die zu bewältigenden Probleme blieben aber riesig, das wüssten auch Elternbeiratsmitglieder, die sich großartig engagierten.

„Kein guter Stil“

Die öffentlich geführte Debatte sei mittlerweile nur noch ärgerlich, erklären Friedhelm Großkurth und Roland Kaplonek. Ein Unternehmen wie das HKZ, das sich für gutes Schulessen engagiert(e) und sich um die Implementierung regional-biologischer Ernährungskomponenten in die Schulverpflegung verdient gemacht habe, werde vor den Kopf gestoßen und mit ungerechtfertigten Anwürfen überzogen. „Dies ist kein guter Stil“, stellt die JGS-Schulleitung fest.

„Tiefkühlkost, die nicht von hier is(s)t, stellt keine Alternative dar. Sie ist billig und schmeckt auch so. Damit wird man keine gute Schulverpflegung etablieren“, stellt die JGS-Schulleitung fest.

Die Leiter der Schule sind gespannt, ob es nach ihrem obigen Vorschlag „zu mehr kommt als Schelte und Achselzucken“. (ank)

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