Parteien und Gewerkschaften fordern Aufklärung

Kritik an Amazon von allen Seiten

Bad Hersfeld. Die Negativ-Berichterstattung über den Internet-Versandhändler Amazon hat die Gemüter bewegt. Nach der Ausstrahlung des ARD-Beitrags „Ausgeliefert! Leiharbeiter bei Amazon“ und der Berichterstattung darüber, melden sich Politiker und Gewerkschafter zu Wort, die Aufklärung fordern. Auch im Internet wird heftig über das Thema diskutiert.

In dem Film wird der Umgang mit Saisonkräften im Weihnachtsgeschäft kritisiert, aufgehängt am Beispiel des Amazon-Standorts Bad Hersfeld. Schlecht weg kommen dabei auch die beteiligten Dritten, von denen sich einige distanziert und andere gar nicht geäußert haben (unsere Zeitung berichtete gestern).

Unter anderem meldet sich der SPD-Stadtverband Bad Hersfeld zu Wort, der die Geschäftsführung der Bad Hersfelder Amazon-Logistikstandorte auffordert, die ARD-Berichterstattung zum Anlass für Aufklärung zu nehmen. Aus Sicht der Sozialdemokraten sind die Zustände, die um die Leiharbeit herrschen, inakzeptabel. Die Vorwürfe zu Lohnbetrug, Aushebelung des Kündigungsschutzes, unzureichenden Ruhemöglichkeiten sowie Überwachung durch rechtsextreme Security erforderten eine deutliche Stellungnahme. „Solche Zustände sind nicht zu dulden,“ fordert der SPD-Stadtverbands-Vorsitzende Gunter Müller. Zudem weist der SPD-Stadtverband auf die Notwendigkeit eines Tariftreuegesetzes hin.

Scharf kritisiert werden die dargestellen Zustände auch von der IG Metall Nordhessen, dem DGB Hessen-Thüringen, der hessischen Bundestagsabegordneten der Linken, Sabine Leidig, und der Grünen Jugend Hessen. Die Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit äußert sich besorgt.

Der ARD-Beitrag ist am 24. Februar um 18.30 Uhr noch einmal im hr-Fernsehen zu sehen. (red/nm) Texte unten

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