Hersfeld-Rotenburg musste die meisten Landesbediensteten abgeben

Kreistag warnt: Finger weg vom Schulamt

Hersfeld-Rotenburg. Kassel und Fulda sind die großen Gewinner – der Kreis Hersfeld-Rotenburg aber der Verlierer. Während in Hessen die Zahl der Landesbediensteten von 2001 bis 2009 um fast 20 Prozent angestiegen ist, hat unser Kreis in der selben Zeit fast zehn Prozent der hier beschäftigten Landesbediensteten eingebüßt. Fulda und Kassel indes haben in der selben Zeit um fast 30 Prozent zugelegt.

Diese Zahlen nannte Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt vor dem Hintergrund der Gerüchte um die Schließung des Staatlichen Schulamtes in Bebra und sorgte damit für parteiübergreifende Empörung im Kreistag. „Wir sind der einzige Kreis in Hessen, der Landesbedienstete verloren hat“, schimpfte Schmidt. Wenn das Land aus Kostengründen umstrukturieren müsse, sollte man neue Behörde im ländlichen Raum statt in den Ballungsgebieten ansiedeln“, forderte er. Einstimmig verabschiedete das Parlament eine Resolution an Ministerpräsident Bouffier und Kultusministerin Henzler mit dem Titel: „Finger weg vom Schulamt“.

Viel Lob erhielt Bebras streitbarer Bürgermeister Horst Groß (CDU) für seine Drohung aus seiner Partei auszutreten, sollte das Schulamt geschlossen werden. CDU-Fraktionsführer Herbert Höttl aus Bebra erinnerte Bouffier an seine Aussage im Kommunalwahlkampf, dass er staatliche Einrichtungen in der Fläche erhalten wolle. „Sollte der Ministerpräsident nicht bei seiner Aussage bleiben, und damit nicht zu seinem Wort für Bebra stehen, wird dies weitreichende Konsequenzen auf der politischen Ebene nach sich ziehen“, warnte Höttl.

Der Grüne Jörg Althoff erinnerte an die wichtigen Aufgaben des Schulamtes und mahnte: „Wir dürfen nicht, bei den Kindern sparen.“ Er fordert den FPD-Abgeordneten Jochen Paulus auf, seinen „Draht zu Frau Henzler zu nutzen“. Der SPD-Abgeordnete Bernd Holzhauer aus Bebra meinte, Resolutionen allein reichten nicht aus, und regte eine Protestfahrt nach Wiesbaden an. HIntergrund, Zum Tage, Kreisseite 2

Von Kai A. Struthoff

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