Heftige Kritik an Arbeits-Agentur-Entscheidung

Kreistag kämpft um ländlichen Raum

Bad Hersfeld. Einstimmig hat der Kreistag eine gemeinsame Resolution von SPD und CDU verabschiedet, in der der Vorstand der Arbeits-Agentur aufgefordert wird, die Entscheidung zur Ansiedlung der Service-Einheit in Kassel rückgängig zu machen. Trotz breiter Unterstützung für Bad Hersfeld hatte sich Agenturchef Frank-Jürgen Weise in einer Grundsatzentscheidung für Kassel ausgesprochen. Da bereits der Verwaltungssitz der Arbeitsagentur von Hersfeld nach Fulda verlegt wird, warnte der SPD-Politiker Bernd Stahl: „Wenn erst der Chef weg ist, geht der Rest auch oft weg“.

Zuvor hatte sich der Kreistag in seiner Sondersitzung vehement gegen eine weitere Schwächung des ländlichen Raums ausgesprochen. „Die Region wird nach Gutsherrenart zwischen den Oberzentren aufgeteilt“, schimpfte Rotenburgs Bürgermeister Manfred Fehr (SPD). „Es ist beschämend, wie der Staat mit der Bevölkerung auf dem flachen Land umgeht.“

Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt (CDU) mahnte indes: „Wir dürfen uns nicht selbst schlechtreden.“ Er verwies auf die wirschaftlichen Erfolge der Region, wie etwa die niedrige Arbeitslosenquote. Auch Herbert Höttl (CDU) verwahrte sich gegen das „Gerede von der strukturschwachen Region“.

Unterdessen berichtete der SPD-Landtagsabgeordnete Torsten Warnecke, es gebe Überlegungen auch das Bergamt von Bad Hersfeld nach Kassel zu verlegen. (kai)

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