Kreispolitiker in der Klemme und Minen am Wegesrand

Viele Grüße aus Bad Salzungen nach Bad Hersfeld an die Leser der HZ. Der Wartburgkreistag diskutiert über den Haushaltsplan 2014. Knackpunkt ist die Kreisumlage, welche laut der im Entwurf aufgezeigten Varianten geringfügig oder stärker ansteigen soll. Die Städte und Gemeinden stöhnen hingegen über jeden Cent Mehrbelastung.

In manchen Kommunen ist die Finanzlage so kritisch, dass sie kaum einen ausgeglichenen Haushalt für das zu Ende gehende Jahr 2013 zustande bekamen. Die Kreistagsfraktionen dürfen nun in den nächsten Wochen entscheiden, ob sie den Hebesatz der Kreisumlage von derzeit 36,5 nur auf 37 Prozent anheben und in der Folge viele Investitionen des Landkreises gestrichen werden müssen. Alternativ müsste der Hebesatz auf 39 Prozent steigen, um die geplanten Investitionen zu ermöglichen.

Die Fraktionen und Ausschüsse haben in den nächsten Tagen einen hübschen Berg Arbeit zu bewältigen und am Ende die sprichwörtliche Wahl zwischen Pest oder Cholera. Vielleicht fallen ihnen aber auch ganz andere Möglichkeiten ein, um das Loch im Kreissäckel zu stopfen.

Der Premiumwanderweg „Hochrhöner“ hat die alle drei Jahre fällige Nachzertifizierung bestanden und dabei sogar an Punkten zugelegt, obwohl kleinere Strecken wegen angeblicher Minengefahr über asphaltierte Straßen umgeleitet werden.

Die Stiftung Naturschutz Thüringen, der Teile des „Grünen Bandes“ gehören, beruft sich auf ein Gutachten aus dem Thüringer Umweltministerium aus dem Jahr 2012. Darin wird an einigen Stellen des ehemaligen Grenzstreifens ein „insgesamt gering einzustufendes Restrisiko, verursacht durch vereinzelte Minen“ bescheinigt.

Seit Abschluss der Minenräumung Anfang der 90er-Jahre wurde allerdings in der Rhön keine Mine mehr gefunden. Die Warnung begründet sich allein auf die Differenz in den Protokollen zwischen den zu DDR-Zeiten einst verlegten sowie den vor und nach dem Mauerfall beseitigten Sprengkörper. Dabei sind in Grenzzeiten immer wieder Minen von Wild oder Witterungseinflüssen zur Detonation gebracht worden, ganz außerhalb des Protokolls.

Die Stiftung Naturschutz begründet die Sperrung der Wegabschnitte mit ihrem Haftungsrisiko als Eigentümer dieser Grundstücke. Tourismus- und Wanderexperten fordern, Abhilfe zu schaffen. Sonst könnte 2015, wenn die Prüfer erneut in die Rhön kommen, das Ergebnis weniger gut ausfallen oder generell das Image leiden, befürchten sie.

stefan.sachs@stz-online.de

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