Landrat legt ersten ausgeglichenen Etatentwurf seit 2004 vor

Kreishaushalt erstmals wieder ohne Defizit

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Der Kreishaushalt hat seit langer Zeit kein Defizit mehr.

Hersfeld-Rotenburg. Elf Jahre lang hat der Kreis Hersfeld-Rotenburg Verluste gemacht. Anfang November wird Landrat Dr. Michael Koch nun erstmals wieder einen Haushaltsentwurf mit einer „schwarzen Null“ vorlegen.

Seit Einführung der doppischen Haushaltsführung im Jahr 2005 ist das nicht mehr gelungen. Seither hatte der Etatentwurf immer ein Defizit, und auch der Jahresabschluss wies mit Ausnahme des vergangenen Jahres stets einen Verlust auf – in der Spitze 2011 sogar von 18,6 Millionen Euro.

Der Kreisverwaltung ist nun offenbar gelungen, was Ex-Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt gerne schon im vergangenen Jahr geschafft hätte: Es wurde so gespart, dass in dem 188,2-Millionen-Etat laut Planung sogar ein kleiner Überschuss von 5000 Euro übrigbleibt. Der Haushalt 2015 sah im Entwurf noch einen Fehlbetrag von knapp 760 000 Euro vor.

Zugleich sollen die Städte und Gemeinden über die Kreis- und Schulumlage nicht stärker belastet werden als im vergangenen Jahr, erklärte Landrat Koch gegenüber unserer Zeitung. Dass der Haushalt trotzdem ausgeglichen wird, sei das Verdienst der Verwaltung, die maßvolle und kostenbewusste Vorschläge unterbreitet habe.

Eine Rolle spielt auch die Neuregelung des Kommunalen Finanzausgleichs. Dadurch kann der Landkreis nach Angaben des hessischen Finanzministeriums mit fast 693 000 Euro höheren Zuweisungen rechnen. Nicht berücksichtigt im Haushaltsentwurf sind jedoch die 5,5 Millionen Euro, die Wiesbaden über das Kommunalinvestitionsprogramm für den Kreis in Aussicht gestellt hat. Der Landtag hat das Programm nämlich noch nicht beschlossen.

Der Kreisausschuss hat dem Haushaltsentwurf Anfang der Woche zugestimmt. Das Zahlenwerk wird nun am Montag, 2. November, in den Kreistag eingebracht. Von Marcus Janz

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