Bis 2019 soll Breitband für 200 Millionen Euro ausgebaut werden

Kreise wollen selbst für schnelles Netz sorgen

Hersfeld-Rotenburg. Weil die freie Wirtschaft den Ausbau schneller Internetleitungen in der Region nicht voranbringt, werden die fünf Landkreise in Nordhessen nun selbst aktiv. Bis 2019 sollen etwa 193 Millionen Euro in das Breitband-Netz investiert werden. Dazu gründen die Kreise Hersfeld-Rotenburg, Kassel, Schwalm-Eder, Waldeck-Frankenberg und Werra-Meißner eine Infrastrukturgesellschaft.

Diesen Schritt fördert das Land Hessen mit 250 000 Euro. Den Bewilligungsbescheid dazu übergab Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke (CDU) am Montag in Witzenhausen an Landrat Stefan Reuß (SPD). Die Art und Weise der Zusammenarbeit der fünf Kreise sei beispielhaft, sagte Lübcke. Der Ansatz des Projektes sei, „die gesamte Fläche bis in den letzten kleinen Ort zu versorgen“. Der Werra-Meißner-Kreis hatte stellvertretend für alle beteiligten Kreise die Förderung beim Land Hessen beantragt.

Dazu sollen in ganz Nordhessen etwa 2500 Kilometer Glasfaserkabel verlegt werden, sagte Oliver Brunkow von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) Werra-Meißner. Allein im Werra-Meißner-Kreis sollen es 400 Kilometer Kabel werden.

Finanziert werden sollen die Investitionen mit Hilfe der Wirtschafts- und Infrastrukturbank (WI Bank) des Landes. Die Kreise müssen die geplanten 193 Millionen Euro durch ein Eigenkapital von etwa 40 Millionen in der Infrastrukturgesellschaft absichern, so dass Kosten von insgesamt 230 Millionen Euro gestemmt werden müssen, erklärte Reuß.

Obwohl die Kreise Kassel und Werra-Meißner unter dem Schutzschirm des Landes sind, spreche nichts gegen ihr Engagement, so Lübcke. Von Beschränkungen seien Bereiche der öffentlichen Daseinsvorsorge ausgenommen, dazu zähle der Breitband-Ausbau. „Es kann nicht sein, dass unter dem Schutzschirm alle Investitionen eingestampft werden“, sagte Lübcke. ZUM TAGE,

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Von Claas Michaelis

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