Kinder müssen nur selten für pflegebedürftige Eltern aufkommen

Kreis zahlt Millionen für Pflegefälle

Hersfeld-Rotenburg. Gleichbleibend hoch ist die Zahl der Menschen, die ihre Pflegekosten im Alter nicht mehr aus der eigenen Rente und den Pflegeversicherungsleistungen decken können. Für den Landkreis Hersfeld-Rotenburg bedeutet das trotzdem steigende Kosten, denn die Pflege wird immer teurer.

Durchschnittlich 400 Personen pro Jahr benötigten in den vergangenen Jahren Hilfe zur Pflege vom Sozialamt, weil sie die Kosten nicht selbst aufbringen konnten. Der Landkreis gab im vergangenen Jahr 2010 rund 4,1 Million Euro für die Hilfe zur Pflege aus, erklärte Erste Kreisbeigeordnete Elke Künholz. Die meisten Menschen, die Hilfe zur Pflege benötigen, lebten in Alteneinrichtungen, nur 32 von genau 397 Menschen wurden ambulant versorgt.

Wenn Anspruch auf Hilfe zur Pflege besteht, prüft der Landkreis, ob Angehörige – in der Regel Kinder – herangezogen werden können. Gemäß dem Bundesgesetzbuch sind „Verwandte in gerader Linie (...) verpflichtet, einander Unterhalt zu gewähren“.

In 105 Fällen hat das Sozialamt im vergangenen Jahr überprüft, ob Unterhaltspflichtige in die Pflicht genommen werden können. Nur in einem Fall kam es zur Zahlung: 3775 Euro konnte sich der Kreis zurückholen. Die Freibeträge seien relativ hoch, sagte Vizelandrätin Künholz. Sie rechnet mit steigenden Kosten für die Hilfe zur Pflege, da immer mehr Menschen auf Pflege angewiesen seien, die Pflegekosten stiegen und die Pflegeversicherung die Kosten stationärer Pflege nicht im selben Maß trage. „Die Schere wird weiter auseinander gehen“, sagte Künholz.

Günstiger für den Kreis ist die ambulante Pflege. Man fördere diese ganz klar, betonte Elke Künholz. In Kürze wird zudem in Bebra in einem Gebäude direkt am Bahnhof ein Pflegestützpunkt seine Arbeit aufnehmen, der vom Kreis gemeinsam mit den Pflegekassen getragen wird. SEITE 2

Von Gudrun Schankweiler-Ziermann

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