Neue Partei will am politischen Leben teilnehmen

AfD im Kreis: Sind keine Anti-Chaoten

Alexander Sauer (links) und Gerhard Schenk sind die beiden Vorstandssprecher des Kreisverbandes Hersfeld-Rotenburg der „Alternative für Deutschland“. Foto: Schönholtz

Hersfeld-Rotenburg. Was die neue Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD) alles nicht sein will, das stellt Alexander Sauer (Niederaula), einer der beiden Vorstandssprecher im Kreisverband Hersfeld-Rotenburg, gleich zu Beginn der Pressekonferenz klar: „Wir sind keine Anti-Chaoten, wir sind kein Auffangbecken für verbitterte Enttäuschte, und wir sind kein politisches Strohfeuer.“

Sauer und sein Sprecher-Kollege Gerhard Schenk (Bebra) betonen, von nun an am politischen Leben im Landkreis teilnehmen zu wollen, zunächst mit der Benennung von Direktkandidaten für die anstehende Bundestags- und Landtagswahl. Mittelfristig hat die AfD dann auch Bürgermeister-, Landrats- und die Kommunalwahl 2016 im Visier.

Genauso wichtig ist der Partei, dass sich die Arbeit um mehr als ein Thema drehen soll. Also nicht nur Anti-Euro-Politik. „Wir sind europafreundlich,“ sagt Gerhard Schenk, „aber wir verstehen uns als Europa-Reformer, weil die europäischen Verträge unserer Ansicht nach gebrochen wurden.“

Honorige Herkunft

Diese Sichtweise eint die neuen Mitglieder des Kreisverbandes – Anfang Mai waren es etwa 30 –, die sich aus ganz verschiedenen politischen Richtungen zusammengefunden haben. Schenk verweist dabei auf die honorige Herkunft der neuen Parteifreunde und sagt: „Wir nehmen die Leute genau unter die Lupe.“

Auch Alexander Sauer sitzt derzeit noch ein wenig zwischen den Stühlen: Die CDU hat er zwar verlassen, doch in der Niederaulaer Gemeindevertretung führt er noch seine alte Fraktion. Bis zur nächsten Sitzung am 28. Juni soll eine für alle akzeptable Lösung gefunden sein.

Keine Besserwisser

Sauer kündigt ein Regionalprogramm der AfD an, an dessen Entwicklung Fachleute und Spezialisten beteiligt werden sollen. „Wir sind keine Besserwisser, sondern bieten andere Lösungsvorschläge an“, sagt Sauer und will dabei unbequeme Themen nicht aussparen. Angesichts des demographischen Wandels denkt die AfD an eine neuerliche Gebietsreform, um zeitgemäße, auch künftig bezahlbare Verwaltungsstrukturen zu schaffen.

„Vielleicht sind dann Cornberg oder Breitenbach am Herzberg als selbständige Gemeinden nicht mehr zu halten,“ deutet Sauer die Richtung dieser Überlegungen an.

Wie die AfD ihre Arbeit im Moment finanziert, darauf gibt es eine ganz einfache Antwort: Aus den Portemonnaies ihrer Mitglieder. Ein Finanzkonzept hat die Partei noch nicht, so dass Sauer, Schenk & Co. erst einmal privat in Vorleistung treten.

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