13,5 Prozent der Menschen hatten 2015 einen Ausweis

Kreis Hersfeld-Rotenburg hat höchste Quote an Schwerbehinderten

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Kreis Hersfeld hat höchste Quote an Schwerbehinderten: 13,5 Prozent der Menschen hatte 2015 einen Ausweis.

Hersfeld-Rotenburg. Der Kreis Hersfeld-Rotenburg hat offenbar die höchste Schwerbehindertenquote in Hessen. Das geht aus einer Pressemitteilung der Krankenkasse IKK Classic hervor.

Die Krankenkasse bezieht sich auf Daten des Statistischen Landesamts. 16.111 Menschen – 13,5 Prozent – hatten demnach Ende 2015 einen amtlichen Schwerbehindertenausweis mit einem Behinderungsgrad von mindestens 50.

 Dies waren 1,7 Prozent mehr als bei der letzten Erhebung 2014 und 18,6 Prozent mehr als noch im Jahr 2005 mit 13 588 Betroffenen. Gemessen an der Bevölkerungszahl habe der Kreis die meisten Schwerbehinderten von allen kreisfreien Städten und Kreisen in Hessen. 

Der Hessen-Durchschnitt lag 2015 bei 10,2 Prozent. Zum Vergleich: In den Nachbarkreisen Fulda und Werra-Meißner lag die Quote bei 12,6 und 12 Prozent, im Schwalm-Eder-Kreis bei nur 10,5 Prozent. Vermutlich werde die Zahl der schwerbehinderten Menschen auch noch weiter steigen, heißt es in der Mitteilung der IKK. Grund dafür seien vor allem die steigende Lebenserwartung und die damit verbundene demografische Alterung der Gesellschaft. 

„Viele Schwerbehinderungen sind Folge von chronischen Krankheiten. Deshalb steigt im Alter die Wahrscheinlichkeit, durch Herz-Kreislauf-Leiden, Krebs oder etwa Diabetes schwerbehindert zu werden“, sagt Sven Keiner von der IKK classic in Hessen. In Hersfeld-Rotenburg seien mehr als die Hälfte der Schwerbehinderten mindestens 65 Jahre alt gewesen. 

Krankheitsprävention und gesundheitsfördernde Maßnahmen könnten diese Entwicklung mildern, meint Sven Keiner. Die Vorsitzenden der VdK-Kreisverbände Hersfeld und Rotenburg sehen in der Zunahme von psychischen Erkrankungen als Folge von Stress im Arbeitsleben einen Grund für den Anstieg.


Versorgungsamt stellt Ausweise aus

Ein Schwerbehindertenausweis dient dazu, sich beispielsweise gegenüber Arbeitgebern, Sozialleistungsträgern oder Behörden als schwerbehindert auszuweisen. Schwerbehinderte unterliegen etwa einem besonderen Kündigungsschutz. Den Ausweis erhält nur, wer nachgewiesen einen sogenannten Behinderungsgrad von 50 oder mehr hat. 

Beantragt wird das Dokument beim Versorgungs- oder Landesamt. Je nach Art der Beeinträchtigung wird es befristet oder unbefristet ausgestellt. Seit 2015 wird der Ausweis im Scheckkartenformat ausgestellt. Zum Parken auf Behindertparkplätzen berechtigt das Dokument übrigens nicht, dafür ist ein spezieller Parkausweis nötig.

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