Ab 2012 ist die Waldhessen-Justiz in Bad Hersfeld konzentriert – Rotenburg zieht um

Ein Kreis, ein Gericht

Für die Hebelschubanlage der Rotenburger Grundbuchakten wurde im Bad Hersfelder Amtsgerichtsgebäude der Boden verstärkt und ein Podest gebaut. Direktor Hermann Eimer, Geschäftsleiter Bernd Wetzel sowie Petra Rommel und Regina Kurz von der Hersfelder Grundbuchabteilung (von links) überzeugen sich auf unserem Foto davon, dass vor dem Einzug der Kollegen aus Rotenburg alles fertig sein wird. Foto: Schönholtz

Bad Hersfeld. An drei Tagen kurz vor Weihnachten wird vollzogen, was Mitarbeiter beider Behörden seit dem Sommer in zahllosen Besprechungen und akribischer Detailarbeit vorbereitet haben: Mit dem Umzug des Amtsgerichts Rotenburg nach Bad Hersfeld ist die Justiz in Waldhessen künftig in der Kreisstadt konzentriert.

Der Zusammenschluss beider Gerichte an einem Standort ist die Konsequenz aus dem von Hessens Justizminister Jörg-Uwe Hahn verordneten Sparprogramm, dem neben dem Rotenburger Amtsgericht auch das nach Fulda verlegte Arbeitsgericht Bad Hersfeld zum Opfer gefallen ist (unsere Zeitung berichtete).

Gestärkter Standort

Nicht nur des Spareffekts wegen hält Hermann Eimer, Direktor des Amtsgerichts Bad Hersfeld, die Fusion für sinnvoll. „Sie bedeutet eine Stärkung des Standorts,“ sagt er und verweist auf die Bedeutung seines Hauses als eines von nur 17 hessischen Amtsgerichten mit allen Zuständigkeiten vom Registergericht über die Insolvenzabteilung bis zum Schöffengericht.

Zudem ist Eimer überzeugt davon, dass schon mittelfristig kein Landkreis mehr mit zwei Amtsgerichten ausgestattet sein wird.

Die Stimmung unter den Mitarbeitern beschreibt Eimer mit den Worten „in allen Bereichen positiv“. Die Kollegen aus Rotenburg seien von Beginn an in die Koordinierungsarbeiten eingebunden gewesen. Auch habe man ausführliche Gespräche mit den Betroffenen geführt.

„Das war gut investierte Zeit,“ sagt der Direktor. Ein Resultat war beispielsweise der allgemeine Wunsch nach „gemischten Teams“, damit bei Hersfeldern und Rotenburgern erst gar keine Lagerbildung stattfindet. Eimer ist optimistisch, dass das vereinte Personal gut zusammenarbeiten wird.

Wieder im alten Saal

Frühzeitig geklärt werden musste auch die Raumplanung, denn die Rotenburger Richter terminieren jetzt schon ihre Januar-Sitzungen – und die finden ja in Bad Hersfeld statt. Dann stehen auch zwei neue Sitzungssäle zu Verfügung, darunter der holzgetäfelte, denkmalgeschützte Saal im Altbau, der zwischenzeitlich zum Arbeitsgericht gehörte.

Apropos Platz: Zwar ist im vergangenen Jahr das Dachgeschoss im neuen Teil des Amtsgerichtsgebäudes ausgebaut worden. Doch wenn die Rotenburger erst einmal umgezogen sind, dann sind schon wieder alle Räume belegt. Hermann Eimer: „Reserven haben wir keine mehr.  hintergrund

Von Karl Schönholtz

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