Parteitag in Haunetal: Fraktionschef Herbert Höttl holt zum Rundumschlag gegen SPD, Grüne und FDP aus

Kreis-CDU gibt sich jugendlich

CDU-Dreigestirn mit Dame: Der wiedergewählte Kreisvorsitzende Thorsten Bloß mit Blumen, flankiert von Landrat Dr. Schmidt (rechts) und Fraktionschef Herbert Höttl. Die Zukunftsbeauftragte des Kreises, Anja Csenar, gratulierte als eine der Ersten und überreichte Blumen. Foto: Struthoff

Haunetal. Jung, dynamisch und fortschrittlich – so sieht der CDU-Fraktionschef Herbert Höttl seine Partei. Der lebende Beweis seiner These saß im Versammlungssaal neben ihm: Haunetals neuer, junger Bürgermeister Stefan Euler, der genauso wie Markus Becker in Ronshausen und Christian Grunwald in Rotenburg frühere Bastionen der SPD geschleift hat. Auch die Kreistagsfraktion habe eine „gesunde Mischung“ mit einem Durchschnittsalter von unter 45 Jahren, stellte Höttl fest.

Die Kreis-CDU wird in Wiesbaden ernstgenommen, auch wenn dort nicht alle unsere Wünsche erfüllt werden können.

Thorsten Bl0ß

Zuvor hatte bereits der wiedergewählte Kreisvorsitzende Thorsten Bloß das Jahr Revue passieren lassen. Er sei begeistert, wie viele junge Leute für eine bürgerliche Politik stehen. Er bedauerte es, dass es der CDU nicht gelungen sei, die SPD-Vorherrschaft im Kreistag zu brechen. Grund dafür sei die „Absprache mit den Grünen“, obwohl vor allem der Blick des Grünen Jörg Althoff „für die Realität getrübt sei“, meinte Bloß mit Hinweis auf dessen Vorschlag, Hessen-Forst im Kreis anzusiedeln.

Die CDU habe gute Kontakte nach Wiesbaden und werde dort auch ernstgenommen, sagte Bloß. „Wenn dennoch nicht alle unsere Wünsche erfüllt werden, liegt das an den knappen Finanzen.“ Dafür liege der Kreis schließlich nicht mehr im Zonenrandgebiet.

Das unterstrich auch Herbert Höttl. Hersfeld-Rotenburg liege in Hessen wirtschaftlich in der Spitzengruppe und schneide auch in allen Bundesvergleichen gut ab. Dennoch sei angesichts der Finanzknappheit „Kommunalpolitik derzeit nicht vergnügungssteuerpflichtig“. Er forderte daher eine Umkehr in der Finanzpolitik.

Auch die politischen Gegner im Kreis nahm er ins Visier. Vize-Landrätin Elke Künholz (SPD) mache „nicht ungeschickt, harte Parteipolitik“ und dürfe als Spitzenkandidatin für das Landratsamt nicht unterschätzt werden. Der abgewählte Rotenburger Ex-Bürgermeister Manfred Fehr habe nun „viel Zeit für die politische Arbeit – und das ist bestimmt nicht gut für uns.“

Watschen für Paulus

Watschen gab es auch für den FPD-Landtagsabgeordneten Jörg Paulus, dem Höttl vorwarf, im Kreistag lieber „eigene Ideen zu verfolgen“, weshalb die langjährige konstruktive Zusammenarbeit mit den Liberalen im Kreis auf der Strecke bleibe.

Nach diesen Attacken Höttls oblag es dann Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt, erneut den Zusammenhalt der CDU zu beschwören. Es sei nicht leichter geworden für die Volksparteien, weil immer mehr „Splittergruppen“ auftreten. Schmidt rief dazu auf, für die CDU, aber auch für den Kreis zu werben. „Wir dürfen unser Licht nicht unter den Scheffel stellen, dem Kreis geht es nicht schlecht – sondern uns geht’s gut.“

Von Kai A. Struthoff

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