Hersfelder Bewerber Michael Schmidt stampft Wahlwerbung ein

Kreis-AfD demontiert Bürgermeister-Kandidat

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Michael Schmidt

Hersfeld-Rotenburg. Auf Druck seiner eigenen Partei hat der Bad Hersfelder Bürgermeister-Kandidat Michael Schmidt zehntausend Wahlwerbe-Broschüren eingestampft.

Schmidt, der AfD-Mitglied ist und für die Partei im Kreistag sitzt, tritt in der Kreisstadt aber als unabhängiger Bewerber an. Er wird dabei nicht von der AfD unterstützt, weil es innerhalb der Kreistagsfraktion massive Kritik am Verhalten Schmidts gibt. In seiner Wahlbroschüre hatte Schmidt dennoch mit seiner AfD-Zugehörigkeit geworben, weshalb sich die Kreis-AfD öffentlich von ihm distanzierte (wir berichteten).

„Es war ein Fehler von mir, das Logo der Partei zu verwenden“, räumte Schmidt auf Nachfrage unserer Zeitung ein. Gleichwohl habe er potenziellen Wählern deutlich zeigen wollen, dass er AfD-Mitglied sei und zu den Zielen der Partei stehe. Im Kreistag allerdings wich Schmidt gemeinsam mit dem Cornberger AfD-Abgeordneten Matthias Reiter schon in der ersten Sitzung von der Linie der Partei ab – sehr zum Missfallen von Fraktionschef Peter Fricke. Grund dafür ist offenbar, dass Reiter selbst den Fraktionsvorsitz übernehmen wollte.

In einem internen Papier, das unserer Zeitung vorliegt, kritisiert Fraktionschef Fricke, dass Reiter und Schmidt das demokratisch zustande gekommene Wahlergebnis nicht akzeptierten und stattdessen eine gedeihliche Zusammenarbeit durch abweichendes Stimmverhalten und öffentliche Gegenrede torpedierten. „Wir müssen in die Fraktion eine Linie reinkriegen, vielen Abgeordneten fehlt einfach kommunalpolitische Erfahrung“, begründete Fricke gegenüber unserer Zeitung seine harte Haltung. Das Werben Schmidts mit dem AfD-Logo habe dem „Fass den Boden ausgeschlagen“, weshalb sich die Kreis-AfD von ihm distanziert habe. Michael Schmidt selbst sieht sich in der AfD nicht als isoliert an. Der Parteiführung im Kreis rät er, „mehr auf die Basis zu hören".

 

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