Kreditkarten-Betrug: Jugendliche müssen gemeinnützige Arbeit leisten

Bad Hersfeld. Vier jugendliche Kreditkartenbetrüger sind zu gemeinnütziger Arbeit verdonnert worden. Die Männer zwischen 16 und 20 Jahren  mussten sich am Montag vor dem Jugendschöffengericht im Amtsgericht Bad Hersfeld verantworten.

Die Staatsanwaltschaft Fulda hatte den vier jungen Männern aus dem Kreisteil Rotenburg gemeinschaftlich begangenen Betrug mit widerrechtlich erlangten Kreditkarten-Daten vorgeworfen.

Laut Anklage hatten die Schüler beziehungsweise Auszubildenden in 2009 mehrere Male auf Kosten fremder Kreditkarten-Besitzer Waren im Internet bestellt, hauptsächlich Zubehör für Motorroller. Dabei richteten sie einen Schaden von etwa 3800 Euro an.

Während der Verhandlung stellte sich heraus, dass nicht alle vier Angeklagten gleichermaßen an den Straftaten beteiligt waren. Als Initiator und Antreiber - so formulierte es der Richter in der Urteilsbegründung - erwies sich ausgerechnet der Jüngste des Quartetts, ein 16-jähriger Schüler, der bereits einige Male mit dem Gesetz in Konflikt geraten ist. Er gab freimütig zu, die meisten Taten allein verübt zu haben, während die Mitangeklagten auch laut ihren eigenen Aussagen eher eine Nebenrolle spielten.

 Sie wussten von den Straftaten, räumten außerdem ein, von der Beute etwas abbekommen zu haben beziehungsweise in einem Fall auch selbst eine Bestellung auf fremde Kosten getätigt zu haben.

Der 16-Jährige berichtete, dass er sich die ausgespähten Kreditkarten-Daten von Hackern im Internet besorgt habe. „Zwei Kartennummern gibt’s für zehn Euro“, sagte er. Manchmal werde man aber mit falschen Daten betrogen. Die bestellten Waren habe er teils selbst behalten, teils an andere weiterverkauft oder verschenkt.

Am glimpflichsten kam der 20-jährige Angeklagte davon. Das Gericht stellte das Verfahren gegen eine Arbeitsauflage von 40 Stunden vorläufig ein.

Gegen die drei anderen Angeklagten ergingen Urteile, die den Forderungen der Staatsanwaltschaft entsprachen. Die beiden 17-Jährigen, beide geringfügig vorbelastet, wurden verwarnt und müssen jeweils 25 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten.

Im Fall des 16-jährigen Haupttäters entschied das Gericht, eine zu verhängende Jugendstrafe für 18 Monate auszusetzen, bevor darüber entschieden wird. Der Jugendliche wurde der Bewährungshilfe unterstellt und muss 40 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten.

Außerdem wurde ihm aufgelegt, sich um eine Wiedergutmachung des Schadens zu bemühen. Die Aussetzung der Strafe begründete das Gericht damit, dass der 16-Jährige seit einiger Zeit in einer therapeutischen Einrichtung lebt und sich dort gut führe. Eine positive Entwicklung sei bei ihm zu erkennen. (ysy)

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