Ausstellung: Armin Mueller-Stahl überrascht mit vielschichtigen Bildern

Ein kreatives Universalgenie

Mit dem „Urfaust“ setzte sich Armin Mueller-Stahl als Maler erstmals mit einer literarischen Vorlage auseinander. Foto: Gudrun Schmidl

Bad Hersfeld. Traumhaft schönes Wetter und der Beginn der Fußballweltmeisterschaft hielten weder die Honoratioren der Stadt noch die wahren Kunstfreunde davon ab, Armin Mueller-Stahl ihre Referenz zu erweisen: Am Freitag wurde im Kapitelsaal die Ausstellung „Menschenbilder/Rollenspiele“ mit 49 Werken des Künstlers von Stadträtin Birgit zum Winkel eröffnet.

Extrem vielseitig

Seit Jahrzehnten ist Armin Mueller-Stahl das Aushängeschild der deutschen Schauspieler. Der im Jahr 1930 in Tilsit geborene Darsteller ist allerdings extrem vielseitig, was sein künstlerisches Schaffen betrifft. Neben dem Schreiben widmet sich das Multitalent mit abgeschlossenem Studium zum Konzertgeiger seit nunmehr vierzig Jahren auch der Malerei.

Derzeit in Los Angeles

„Er ist ein universeller Künstler, der jeden Winkel seiner kreativen Möglichkeiten ausleuchtet“, betonte Hans-Dieter Sommer bei seiner Einführung. Er übermittelte Grüße von Armin Mueller-Stahl, der persönlich nicht anwesend sein konnte. Derzeit weilt „der Maler, der gelegentlich schauspielert“, in seiner Wahlheimat Los Angeles. Kleine tagebuchartige Skizzen wie der „Banjospieler“ entstehen am Strand von Venice, den er bei seinen Aufenthalten in Kalifornien häufig besucht. Die Mehrzahl seiner Lithographien zeigt Einzelpersonen wie Karl Valentin, Sigmund Freud oder Heinrich Heine, Musiker, Kollegen und Freunde. Mit entschiedenen Pinselstrichen verleiht der Maler seinen Figuren einnehmende Gesten und Dynamik. Es gelingt ihm, die Charaktere der Abgebildeten darzustellen.

Einblicke ins Innerste

Mehrmals portraitierte sich der Künstler selbst und erlaubt damit tiefe Einblicke in sein Innerstes. Beeindruckende Bilder stammen aus der Zeit der Dreharbeiten zu dem Film „Die Buddenbrocks“ als Zeugen der intensiven Dreharbeiten mit vielen Szenen vom Set und den Drehorten. „Meine Hände können nicht still sein, die müssen etwas tun“, erklärt Armin Mueller-Stahl sein enormes Arbeitspensum und ergänzt: „Ich möchte etwas machen, das bleibt.“

Helgo Hahn am Klavier und Jonas Englich am Saxophon umrahmten die Veranstaltung musikalisch. Die Ausstellung kann bis zum 29. August täglich von 10-12 Uhr, 15-17 Uhr und 19-20.45 Uhr besichtigt werden.

Von Gudrun Schmidl

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