Festspiele: Schlagzeuger und Komponist setzt in "Der Kredit" Akzente

Matthias Trippner: Ein kreativer Taktgeber

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Trommelwirbel, bitte: Matthias Trippner tobt sich nicht nur an seinem Schlagzeug aus, sondern hat auch sein liebstes Spielzeug, ein Oktapad (vorne mittig), aus Berlin mitgebracht, mit dem man zuvor aufgenommene Klänge abspielen kann.

Bad Hersfeld. Musik ist seine Sprache und das Schlagzeug sein Sprachrohr: Komponist und Schlagzeuger Matthias Trippner, der bereits im letzten Jahr für die „Komödie der Irrungen“ mit seinem Schlagzeug den Takt vorgegeben hatte, ist auch in dieser Festspielsaison wieder Teil des Ensembles und bereichert das Stück „Der Kredit“ mit vielfältigen musikalischen Einlagen.

Eine Eigenkomposition

Nicht nur das Schlagzeug, auch ein indonesisches Glockenspiel, eine Zither und eine Lotusflöte sind in Trippners Eigenkomposition eingebunden. Seine Darbietungen werden dem Zuschauer teils live und teils durch Tonaufnahmen präsentiert. Aber wie kam der gebürtige Hamburger eigentlich zur Musik?

Die Anfänge

Geboren und aufgewachsen ist Trippner 1971 in Hamburg. In seiner Jugend erhielt Trippner zunächst Klavierunterricht, durch den er erste Grundkenntnisse in Notenlehre erwarb. Als ein Schulfreund dann ein eigenes Schlagzeug geschenkt bekam, packte ihn das Trommelfieber: Nachdem Trippners Begabung für das Instrument festgestellt worden war, erhielt er Schlagzeugunterricht und spielte bald in der schuleigenen Big Band. „Meine Eltern waren anfangs weniger begeistert ...“

Nach dem Abitur ging er mit Rose Ann Dimalanta auf Tour. „Damals habe ich am meisten gelernt“, erinnert sich Trippner an die schöne Erfahrung, bevor er Schlagzeug als Hauptfach und Klavier als Nebenfach an der Hanns-Eisler-Musikhochschule in Berlin studierte.

Eine Vielfalt an Klängen

Heute komponiert der vielseitige Musikvirtuose weiterhin für Bands, Theater und Dokumentarfilmmusik, wobei er unterschiedlichste Musikbereiche integriert. Egal ob Jazz, Funk, Theatermusik oder brasilianische Arrangements: Trippner fühlt sich in allen Musikstilen wohl.

Auch in seiner Freizeit gibt die Musik bei dem kreativen Kopf den Ton an: Trippner ist offen für alle Musikrichtungen und hört Stücke aus allen Genres, sogar klassische Werke.

Musik als Sprache

„Musik machen ist für mich ein meditativer Vorgang mit therapeutischer Wirkung“, umschreibt Trippner, was Musik für ihn bedeutet.

„Sich ganz der Musik hinzugeben und alles andere um sich herum zu vergessen“, ist es, was den leidenschaftlichen Musiker glücklich macht. Auch der kreative Austausch mit anderen Musikern bereitet ihm Freude und bringt häufig die kreativsten Einfälle hervor.

„Musik fängt da an, wo das Denken aufhört, sie ist die einzig wertfreie Sprache, die es gibt“, schwärmt Trippner schon fast philosophisch.

Den Moment greifen

Die schönsten Augenblicke seien die Auftritte, während derer man sich ausschließlich auf die Musik konzentriert und den Moment greifen kann, berichtet der Musiker.

Die Zusammenarbeit mit allen Beteiligten in Bad Hersfeld macht ihm sehr viel Spaß. Er findet, dass die Menschen hier sehr freundlich sind und hofft auf ein baldiges Wiedersehen in der Festspielstadt, deren Flair er sehr schätzt.

Von Lisanne Jungkunz

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