Stephanie Krey leitet die Kostümabteilung der Bad Hersfelder Festspiele

Kreative Lösungen finden

Stephanie Krey ist im dritten Jahr als Leiterin der Kostümabteilung der Bad Hersfelder Festspiele im Einsatz. Foto: Maaz

Bad Hersfeld. Leise surren die Nähmaschinen, in den Regalen liegen verschiedene Stoffe bereit und auf den vielen Kisten weisen Beschriftungen auf den Inhalt hin: Masken, Hüte, Brüste.

In der Kostüm-Werkstatt der Bad Hersfelder Festspiele wird schon etwa fünf Wochen vor dem Beginn der Proben konzentriert gearbeitet.

Leiterin der Kostümabteilung ist bereits im dritten Jahr Stephanie Krey. Ihre Hauptaufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass die Entwürfe der Kostümbildner möglichst nah am Gewünschten und im Rahmen des Budgets umgesetzt werden. Krey bewegt sich sozusagen immer „zwischen Kunst und Kosten“.

Für jedes Festspiel-Stück gibt es in der Regel einen Kostümbilder samt Assistenten. Die Kostümbildner legen ihre Entwürfe vor und sprechen diese mit Stephanie Krey ab. Häufig steht sie mit den Kostümbildnern auch schon vor Beginn der eigentlichen Saison in Kontakt, um sich einen ersten Überblick zu verschaffen, was gebraucht wird.

Maßzettel der Darsteller

Alle Darsteller müssen einen Maßzettel mit Angaben zu ihrer Kleidergröße einreichen, damit Krey und ihre Kolleginnen rechtzeitig nach den passenden Kostümen schauen können; was aber nicht heißt, dass hier und da später noch Änderungen vorgenommen werden. Acht bis zehn Schneider arbeiten je nach Bedarf in der Werkstatt, die so genannten Ankleider helfen den Schauspielern später während der Aufführungen beim An- und Umziehen. Auch die Buchung dieses Personals gehört zu Stephanie Kreys Aufgaben als Leiterin der Kostümabteilung.

Im Fundus der Festspiele finden sich im 62. Jahr allerlei Damen- und Herrenkostüme, es werden aber auch Kostüme aus anderen Theatern ausgeliehen, einige werden selbst genäht und ab und zu stöbert Krey in Second-Hand-Länden nach geeigneten Teilen.

An der Nähmaschine sitzt Krey selbst nicht, sie ist vielmehr für die Organisation rund um die Festspiel-Kostüme verantwortlich und häufig ist sie auch „Problemlöserin“. Die Schlange Ka aus dem Stück „Das Dschungelbuch“ – eines von Kreys Lieblingskostümen – muss während des Stücks etwa unter der Bühne hindurchkrabbeln, was mit einem langen Schwanz aus mit Silikonkügelchen gefülltem Stoff fast unmöglich ist. „Der Schwanz wird währenddessen nun einfach in einer Ikea-Tüte verstaut“, verrät Krey. Für solche Probleme gelte es, kreative Lösungen zu finden.

Auch die fixen Terminpläne für die Anroben der Kostüme legt Krey fest. Und wenn ein Darsteller seinen Termin nicht einhält, reagiert sie schon mal empfindlich. Immerhin müssen die Anproben für alle Stücke der Festspiele koordiniert werden, und je nach Kostüm dauert die Anprobe eine halbe bis anderthalb Stunden.

Von Nadine Maaz

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