62-Jährige aus Bad Hersfeld soll zwei Patienten getötet haben

Krankenschwester unter Mordverdacht

Bad Hersfeld. Wegen des Verdachts des Mordes ermittelt die Staatsanwaltschaft Fulda gegen eine 62 Jahre alte Krankenschwester aus Bad Hersfeld. Sie soll nach den Angaben ihres Lebensgefährten im Zeitraum 2006 bis 2008 zwei Patienten des St. Elisabeth-Krankenhauses in Bad Hersfeld getötet haben.

Dies bestätigte gestern Staatsanwalt Harry Wilke, Pressesprecher der Anklagebehörde, auf Anfrage unserer Zeitung. Außerdem wird der Frau vorgeworfen, gemeinsam mit einer Komplizin eine Spielhalle im Umkreis der Stadt überfallen zu haben. Diese Tat habe die Hersfelderin bereits gestanden, erklärte Wilke.

Zu den Mordvorwürfen äußerte sich der Staatsanwalt wegen einer Vorgeschichte im zwischenmenschlichen Bereich zurückhaltend: „Kann stimmen, kann aber auch nicht stimmen.“

Nebenbuhler geschlagen

Die Krankenschwester hatte ihren Lebensgefährten nämlich bei der Polizei angeschwärzt, nachdem dieser einen Nebenbuhler mit einem Radkreuz krankenhausreif geschlagen hatte.

In der Untersuchungshaft revanchierte sich der Lebensgefährte mit den angeblichen Patienten-Morden. „Es soll sich dabei um zwei ältere Patienten gehandelt haben, bei denen die Krankenschwester so etwas wie Sterbehilfe geleistet haben könnte,“ sagte Staatsanwalt Wilke. Die Beschuldigungen seien jedoch wenig konkret gewesen, der Wahrheitsgehalt im derzeitigen Stadium der Ermittlungen noch nicht einzuschätzen.

Die Staatsanwaltschaft untersucht jetzt etwa 60 Patientenakten aus dem in Frage kommenden Zeitraum auf Auffälligkeiten. Der Überfall auf die Spielhalle sei dilettantisch ausgeführt worden, berichtete Staatsanwalt Wilke. Auch die Beute war kaum der Rede wert: 20 bis 40 Euro und eine leere Geldkassette.

Die Krankenschwester war vorübergehend festgenommen worden, befindet sich jetzt aber wieder auf freiem Fuß.

zum tage

Von Karl Schönholtz

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