Die Besucher des Bad Hersfelder Herbstmarktes blieben trocken – und hatten genug Platz zum Bummeln

Kramen bei trübem Wetter

Schmuck lockte auf den Markt: Weil der Stand „Crabra“ von Claudia Cramer beim „Dippenmarkt“ so überfüllt war, packte sich Silvia Otterbein nun dick ein und machte sich auf zum Herbstmarkt. Sie wurde mit genügend Platz und einer Verkäuferin, die Zeit für ihre Kunden hatte, belohnt. Fotos: Rössing

Bad Hersfeld. Trübes Wetter, aber kein Regen und noch moderate Temperaturen: Dafür waren die Händler am Mittwoch zum Bad Hersfelder Herbstmarkt, der seit einigen Jahren traditionell am Buß- und Bettag stattfindet, dankbar. „Die richtige Kleidung und eine heiße Tasse Kaffee, dann ist alles gut“, erklärt Händlerin Kathrin Voitzsch.

Sie betreibt den Stand „Stoffideen und Kuschelzoo“, an dem sie Kuscheltiere und saisonale Dekorationsartikel verkauft. Ungemütliches Wetter tue dem Geschäft keinen Abbruch, „solange es nicht regnet“. Voitzsch bemerkt aber, dass die Kaufkraft der Kunden auf Krammärkten allgemein nachlasse. Dabei gab es am Herbstmarkt viel zu entdecken: Von Bekleidung und Haushaltwaren, über Schmuck, Spielzeug, Körbe und Gewürze bis hin zu Staubsaugern war für Jung und Alt ein reichliches Angebot zum Stöbern vorhanden.

Die gute Laune bewahren

Obwohl sich gestern Vormittag noch keine Massen von Besuchern an den Marktständen drängelten, behielten die Händler ihre gute Laune. Es wurde mit Kollegen gescherzt und sich gegenseitig an den Ständen besucht. Um den Tag zu überstehen, rät Angelika Ranft zum Tragen einer „Zwiebelschicht“, also mehrerer Lagen Kleidung übereinander.

Sie betreibt gemeinsam mit ihrem Mann Thomas einen Holzspielwarenstand.

Die beiden verkaufen ihre Waren zu allen Märkten in Bad Hersfeld: Zu Ostern, Pfingsten und während des Lullusfestes.

Einzig den Weihnachtsmarkt verpassen sie: „Ab Montag stehen wir mit unserem Stand für fünf Wochen am Königsplatz in Kassel“, berichtet Thomas Ranft. Fast schon zu warm hingegen sind die derzeitigen Novembertemperaturen für Simone Ebersbach, vom gleichnamigen Hut- und Mützengeschäft. „Wir stehen ja den ganzen Tag hier, deswegen packe ich mich dick ein“, sagt sie.

Ansonsten sei es aber für Mützen noch nicht kalt genug, was sich auch an ihrem Umsatz bemerkbar mache: „Bei kaltem Wetter verkaufe ich mehr!“ Aus der Nähe der Mosel, von Haserich in Rheinland-Pfalz, ist Schmuckhändlerin Claudia Cramer angereist. Sie verkauft teils selbstgemachten Schmuck.

„Das ist der nördlichste Markt, den ich besuche“, erklärt sie. „Ich bin total gern in Bad Hersfeld und komme seit fast 15 Jahren jedes Jahr hierher.“ Die Kunden seien immer nett.

Über Cramers Angebot am Krammarkt erfreut ist ihre Kundin Silvia Otterbein aus Bad Hersfeld: „Ich bin froh, dass sie wieder da ist. Zu Lolls war ich auch schon am Stand, aber da war er total überlaufen. Heute ist es besser, man hat mehr Platz und Zeit zum Schauen.“

Von Sarah Rössing

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