Ausstellung von Dieter Himmelmanns Bildern im Heringer Martin-Luther-Haus

Die Kraft der Farbe

Akte und Stiere: Bei regem Publikumszuspruch wurde im Heringer Martin-Luther-Haus eine Ausstellung mit Werken des Kunstmalers Dieter Himmelmann eröffnet. Er war in seinem letzten Lebensjahrzehnt auch Organisator der weithin bekannten Heringer Kunstwochen. Foto: roda

Heringen. Eine Ausstellung über das künstlerische Schaffen des Malers und Kunsterziehers Dieter Himmelmann hat der Christophorus-Förderverein der evangelischen Kirchengemeinde Heringen mit Bengendorf im Martin-Luther-Haus in Heringen organisiert.

Himmelmann lehrte bis zu seinem Tod im Jahr 2000 als Kunstpädagoge an der Werratalschule. Seine eigentliche Berufung sah er jedoch in seiner Arbeit als Maler.

Heiner Paris, zeitweiliger Weggefährte Himmelmanns, erinnern dessen farbenprächtige Bilder an kultische Darstellungen aus dem kretischen Knossos, an Höhlenmalerei aus Lascaux, Altamira oder Chauvet. Dabei verbänden sich Figürlichkeit und Abstraktion. Naturalistisch skizzierte Stiere und Frauenakte würden in expressive Farb- und Figurenwirbel verwandelt.

Stier und Frauentorso

Der Stier und der weibliche Torso, die Jakobsmuschel und die Sonne sind zumeist wiederkehrende Motive in Dieter Himmelmanns Bildern. Für ihn symbolisierten sie Kraft und Fruchtbarkeit.

Oft erscheint auch die markante Horizontlinie des Pic Saint Loup, dem höchsten Berg der südfranzösischen Chevennen. Er ist zudem Bezugspunkt zu einem weiteren Standort des Künstlers: der Camargue. Dort unterhielt Himmelmann neben dem in Heringen ein zweites großes Atelier, in dem viele seiner Werke entstanden.

Wie schon bei den berühmten Vorgängern der Zunft, van Gogh und Gauguin, konnte sich auch Himmelmann der eigentümlichen Lichtatmosphäre dieser Landschaft im Rhonedelta nicht entziehen und gab seinen Bildern einen unverkennbaren Ausdruck.

Heringer Kunstwochen

Dieter Himmelmann war darüber hinaus auch Organisator der Heringer Kunstwochen. Diese jährlich in der damals so benannten K+S-Villa veranstaltete Präsentation deutscher und europäischer Gegenwartskunst entwickelte sich in den 1990er-Jahren zu einem Anziehungspunkt namhafter Kunstschaffender und lockte sogar Maler sowie Skulpturisten aus den Nachbarländern ins waldhessische Werratal.

Kenner der Szene

Der Heringer Bundestagsabgeordnete Michael Roth schilderte als Kenner der Szene anlässlich der Ausstellungseröffnung noch einmal jene Epoche, die Heringen für 14 Tage zum Mittelpunkt eines an Kunst interessierten Publikums machte. Bezirkskantorin Christine Marx umrahmte die Feier im Martin-Luther-Haus am Klavier.

Die Ausstellung selbst ist dort noch bis zum 25. Februar zu sehen. Notwendig ist nur eine vorherige telefonische Absprache unter den Telefonnummern 0 66 24/18 76 oder 0 66 24/72 59.

Von Hans-H. Hartmann

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