Polizeipräsidium Osthessen organisierte Aktionstag an den Beruflichen Schulen

Kopfüber zur Sicherheit

Sie wagten sich während des Aktionstages zu Sucht, Gewalt und Verkehrssicherheit in den Überschlagssimulator: Die Berufsschülerinnen Sedad Döndü (vorne) und Zozan Capan wissen nun, wie sie sich bei einem Unfall aus dem Auto befreien. Foto: Poppe

Bad Hersfeld. „Pass doch auf, wo Du hinfährst!“, ruft die Gruppe ihrer Mitschülerin zu. Die 16-jährige Jennifer Gleim erprobt gerade im Fahrsimulator wie sich das Steuern eines Autos mit 1,6 Promille anfühlt und produziert dabei mit ihrem virtuellen Fahrzeug auf dem Bildschirm vor sich einen Unfall nach dem anderen. Die Schülerin im Berufsbildungsjahr, die bald ihren Führerschein macht, ist sich spätestens nach diesem Experiment sicher: „Nie würde ich betrunken fahren!“

Der Simulator ist eine der zehn Stationen, die die Schüler der Beruflichen Schulen am Obersberg am vergangenen Montagvormittag durchliefen und an denen sie Aktionen zu Sucht, Gewalt und Verkehrssicherheit erwarteten. Der Projekttag, der vom Polizeipräsidium Osthessen organisiert wurde, findet im Rahmen der Präventionswoche „Alles klar!“ statt.

Bewusstsein schaffen

Deren Ziel ist es, durch Informations- und Aufklärungsaktionen eine breite Diskussion über illegalen Drogenmissbrauch und Gewalt unter Jugendlichen anzustoßen. Darüber hinaus soll das Bewusstsein für einen verantwortlichen Alkoholkonsum geschaffen werden, um dem so genannten „Komasaufen“ unter Jugendlichen wirksam zu begegnen.

So scheiterte eine Gruppe Schülerinnen bei einer Station an der einfachen Aufgabe, sich einen Ball im Kreis zuzuwerfen. Die „Rauschbrillen“, die sie trugen, ahmten das Wahrnehmungsvermögen eines stark Betrunkenen nach.

„Bei dieser Aufgabe sollen die Jugendlichen mit klarem Verstand die Veränderungen erleben, die sie im alkoholisierten Zustand nicht mehr wahrnehmen würden und sich so der Risiken bewusst werden“, erklärt der Jugendkoordinator der Polizeidirektion Hersfeld-Rotenburg, Klaus Hocke, diese Übung.

„Voll Angst bekommen“

Am eigenen Leib konnten die Schüler auch erfahren, welchen Gefahren sie sich im Straßenverkehr aussetzen. Mit Hilfe eines Überschlagssimulators wurde eine typische Unfallsituation nachgestellt und dabei gezeigt, wie man sich kopfüber hängend aus solch einer brenzligen Lage befreit. „Wir haben voll Angst bekommen“, sagten die Berufsschülerinnen Sedad Döndü und Zozan Capan, die den Selbstversuch wagten, aber „dafür wissen wir jetzt, was wir bei einem Unfall machen müssen“. (sp)

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