Bürgermeisterwahlkampf in Bad Hersfeld dominiert Diskussion

Streit um das Jugendkonzept der SPD

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SPD-Bürgermeisterkandidat Karsten Vollmar

Bad Hersfeld. Der Bürgermeisterwahlkampf ließ grüßen, als die Bad Hersfelder Stadtverordnetenversammlung am Donnerstagabend im schweißtreibenden Klima der Sorgaer Mehrzweckhalle über den SPD-Antrag für ein Jugendkonzept diskutierte.

Begründet hatte diesen Karsten Vollmar, Kandidat der Sozialdemokraten für den Chefsessel im Rathaus. Vollmar beteuerte zwar, dass die Initiative für Jugendparlament, Runden Tisch, einen Stadtjugendtag und anderes mehr überparteilich gemeint sei. Auch habe man nicht einfach nur einen Arbeitsauftrag formuliert, sondern Ideen vorgelegt, die mit Vereinen und Verbänden bereits abgestimmt seien.

Bürgermeister Thomas Fehling berichtete in seiner Erwiderung jedoch von der Enttäuschung im zuständigen Fachbereich Generationen. Die Mitarbeiter fühlten sich durch den Antrag „vor den Kopf gestoßen.“ Die Stadtjugendfplege berichte Jahr für Jahr über ihre Arbeit, und bisher habe es immer nur Beifall, aber nie Kritik gegeben. Ein Konzept sei also längst vorhanden, sagte Fehling, und warnte vor der Verabschiedung der umfänglichen Vorlage, die den Fachbereich lahmzulegen drohe.

Von Kritik keine Rede

Von Kritik könne keine Rede sein, versicherten Nina Weise-Hübner (Grüne) und Dr. Daniel Fasshauer (SPD), vielmehr gehe es darum, vorhandene Strukturen weiter zu entwickeln.

Weil man beim Thema Jugend gerade im Vorfeld eines Wahltages nicht dagegen sein könne, schlug CDU-Fraktionschef Andreas Rey die Überweisung des Antrags in den Sozialauschuss vor. Auch Bernd Böhle, Vorsitzender der FDP-Fraktion, hielt diese Vorgehensweise für geeignet, um das Arbeitspapier zu konkretisieren. Zudem ist geplant, den Stadtjugendring zur nächsten Sitzung des Ausschusses zu laden

Einzig Michael Bock (NBL) lehnte den Antrag rundheraus ab, sah darin ein „Arbeitsbeschaffungsprogramm für die Verwaltung“.

Zur endgültigen Entscheidung kam es dann nicht: Die neue Parlamentsmehrheit von CDU, FDP, UBH und FWG/Die Linke beförderte das SPD-Konzept – zum offenkundigen Missfallen der Antragsteller – in den Ausschuss.

Von Karl Schönholtz

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