Karl Weber, Leiter der Modellschule Obersberg, wurde feierlich verabschiedet

Kopf des Dreamteams geht

Der Chor der Modellschule Obersberg sang zum Abschied von Schulleiter Karl Weber (vorne links). Chorleiter Ulli Meiß (vorne rechts) überreichte ein Erinnerungsgeschenk. Foto: Marth

Bad Hersfeld. „Aux Champs-Elysées“ – das bekannte Lied von Joe Dassin war eines der Stücke, das der Chor der Modellschule Obersberg Karl Weber mit auf den Weg gab. Zeit zum Reisen habe er jetzt schließlich, bescheinigte Chorleiter Ulli Meiß dem Schulleiter, der am Montagnachmittag nach 35 Jahren im Schuldienst offiziell in die Freiphase der Altersteilzeit verabschiedet wurde.

Worte zum Abschied

Zahlreich waren Kollegium, Ehemalige und Ehrengäste in der Aula der MSO erschienen. Niemand wollte es sich nehmen lassen, dem scheidenden Schulleiter ein paar Worte zum Abschied zu sagen.

Den Auftakt machten Schulamtsleiter Gerhard Finke, Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt und Bürgermeister Thomas Fehling.

Schmidt deutete in seiner Rede an, was längst ein offenes Geheimnis ist: Vermutlich wird Karsten Backhaus neuer Schulleiter. „Sie wissen Ihre Nachfolge in guten Händen“, sagte der Landrat an Karl Weber gewandt, „denn was absehbar ist, ist, dass Ihr Stellvertreter Ihnen folgen wird und den kennen Sie gut, denn den haben Sie zu Ihrem Vertreter gemacht.“

Den drei Rednern folgten Helmut Dörr, Leiter der Georg-August-Lichtenberg-Schule in Kassel, Matthias Laufer-Klitsch als Vorstand der Ehemaligenvereinigung, Karsten Backhaus, Werner Herbert als Vertreter des Personalrats sowie Redner der Schülervertretung, der Lehrerfachschaften sowie der Verwaltung und Hausmeister.

Vor allem Backhaus’ persönliche Rede sorgte dabei für großen Applaus. Laut einem Buch des Pädagogen Adolf Matthias aus dem Jahr 1911 seien im Schuldienst „vor allem Liebe, Wohlwollen und Zutrauen zur Jugend notwendig“, sagte der stellvertretende Schulleiter. Genau das treffe auf Karl Weber zu. Zum Abschluss überreichte Backhaus Weber mit einer herzlichen Umarmung den „Ausweis für Pensionäre“, der jederzeit zum Besuch der MSO berechtigt.

Laienspiel

Daraufhin trat der Schulleiter selbst vor das Mikrofon. „Wir waren, wir sind, ihr seid – ein Dreamteam“, bescheinigte er in seiner Dankesrede dem Schulleitungsteam. Und das stellte genau dies daraufhin einmal mehr unter Beweis, denn auf die Reden folgte ein unterhaltsames Laienspiel der Schulleitungsmitglieder. „Was ist gute Führung?“, fragte sich die siebenköpfige Gruppe und bewies bei der Beantwortung schauspielerisches und musikalisches Talent.

Auch einige Schülerinnen und Schüler ließen es sich zum Abschluss nicht nehmen, den Schulleiter mit einem kleinen Schauspiel zu verabschieden. Sie schreckten dabei nicht davor zurück, mit Klischees zu spielen und sich selbst aufs Korn zu nehmen und sorgten für zahlreiche Lacher und Szenenapplaus.

Zum Abschluss der knapp dreistündigen Veranstaltung ergriff Karl Weber schließlich noch einmal das Wort und bewies im Kollegium zum letzten Mal Führung: Er forderte alle Gäste auf, ihm zu folgen und schritt voran zum kalten Buffet.

Von Kristina Marth

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