Leistungskurs Musik der Modellschule Obersberg gestaltete umjubeltes Konzert

Konzert statt Klausur

Bad Hersfeld. Mal eben Klassik frech mit Rock ‘n’ Roll gemischt, dazu ein bisschen Rock und Rap, Pop und Indie, ein wenig Aufmüpfigkeit und jede Menge Gefühl: Der Leistungskurs Musik der Modellschule Obersberg hat am Mittwochabend im gut gefüllten Audimax ein ganz außergewöhnliches Konzert präsentiert.

Wie eine Klausur bewertet

Außergewöhnlich schon die Entstehung des Abends. Denn der diente nicht nur der Darstellung des musikalischen Könnens der Abiturienten oder dem Vergnügen des Publikums, sondern wurde auch wie eine Klausur bewertet. Deshalb hatten die jungen Musikerinnen und Musiker auch alles selbständig organisiert: Das Programm zusammengestellt, gemeinsam und in verschiedenen Kleingruppen geprobt, Einladungen verschickt und dafür gesorgt, dass die Halle bestuhlt, die Technik besetzt und die Versorgung mit Speisen und Getränken gesichert war. „Wenn wir nicht alle gute Noten bekommen, wird Helgo (Hahn, der Kursleiter) auf kleiner Flamme geröstet“, kündigte Moderator Paul Volkert scherzend an.

Mit einer witzigen Version des „Cup Songs“ aus dem Film „Pitch Perfect“ begann der Leistungskurs Musik der Modellschule Obersberg sein abwechslungsreiches Programm, an dem unter anderem Franziska Friedrich und Zippora Schwalm, Carolin Krug, Laurenz Cedric Wenk, Lea Müller und Paul Volkert (untere Reihe von links) mitwirkten. Fotos: Zacharias

Die Noten wurden dann aber natürlich nicht öffentlich vergeben. Miterleben konnten Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt, Schulleitung und Lehrkräfte, Eltern, Freunde und ganz viele Musikinteressierte jedoch, mit wieviel Engagement und Können in diesem Leistungskurs nicht nur Theorie gepaukt, sondern auch Musik gemacht wird.

Das Programm bestand zu einem großen Teil aus Eigenkompositionen der Jugendlichen, von denen einige während einer Projektwoche in Imshausen entstanden sind, viele aber persönliche Betroffenheit, Hoffnung und Trauer, Träume und Wünsche zum Ausdruck bringen. Laurenz Cedric Wenk hat zum Beispiel ein Lied geschrieben und komponiert, das die schrecklichen Folgen des Taifuns auf den Philippinen, wo er seine Wurzeln hat, beschreibt. Frederik Weiser sang von einem Ort, an dem er seine Träume verwirklicht sieht und Lorenz Starkloff erzählte sehr bewegend vom „Allerletzten Kuss“ und dem Ende einer Liebe.

Eigene Version

Von der Kreativität der Oberschüler, die in zwei Wochen mit ihren Abiturprüfungen beginnen, blieben auch bekannte Komponisten und Musiker nicht verschont. Paul Volkert und Lorenz Starkloff präsentierten ihre eigene Version von Bob Dylans „Blowing in the Wind“, Franziska Friedrich und Zippora Schwalm hatten sich den Song „Titanium“ von David Guetta vorgenommen, Laurenz Wenk, Lea Müller und Paul Volkert spielten „Rock around the Clock“ in einer Saxophon-Version und Moritz Winterling hatte bekannte Elemente eines Stücks der Band „Fettes Brot“ in sein Lied „Warteschlange“ integriert.

Bei den meisten Stücken unterstützten sich die Jugendlichen mit Instrumenten und Gesang gegenseitig und ernteten für ihr ansprechendes, kreatives, abwechslungsreiches, engagiertes und hochkarätiges Programm nicht nur jede Menge jubelnden Beifall, sondern reichlich Lob. Schulleiter Karsten Backhaus fasste es kurz und griffig zusammen: „Es war saugeil“

Von Christine Zacharias

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