Sommerakademie stellt Zauberberg und Titanic vor

Konzentration auf die zentrale Figur

Gelungene Kostprobe: Sören Wunderlich als Hans Castorp und Stephan Ullrich als Settembrini. Foto: Wagner

Bad Hersfeld. „Der Zauberberg“ und „Der Untergang der Titanic“ standen im Mittelpunkt der jüngsten Matinee der Europolis Sommerakademie in der Schilde-Halle. Beide Stücke feiern demnächst Premiere.

Zu Beginn der Veranstaltung gab Jörn Rüsen, Präsident der Sommerakademie, einen Einblick in die Hintergründe der Entstehung von Thomas Manns „Der Zauberberg“. Manns Faszination für die Schweizer Berglandschaft, die er während eines Besuchs bei seiner Frau in einem Sanatorium in Davos entdeckte, führte zu der Idee, eine Geschichte darüber zu schreiben. Zwölf Jahre später wurde das Werk veröffentlicht und in zahlreiche Sprachen übersetzt. „Es ist auch die feine Ironie Manns, die den Leser zum Lachen bringt“, fügt Holk Freytag hinzu.

Für die Bühnenaufführung musste der Stoff stark gekürzt werden, da nur zwei Stunden zur Verfügung stehen. „Deshalb widmet man sich einem besonderen Aspekt, in unserem Fall der Figur des Hans Castorp“, meint Regisseur Janusz Kica, der sich besonders von der Stiftsruine angetan zeigte. „Es ist ein besonderer, magischer Ort.“

„Der Zauberberg“ spielt im Jahr 1912, ebenso wie „Der Untergang der Titanic“. Darin ist die zentrale Figur ein Dichter, zu dessen Perspektive im Zuge der Handlung immer wieder zurückgekehrt wird. Regisseurin Beatrix Schwarzbach schuf eine neue Ordnung für die Bühnenversion des Werkes von Hans Magnus Enzensberger. Neben dem Dichter als Ausgangspunkt der Handlung beschränkte sie sich auf sechs weitere Personen, darunter den Kapitän der Titanic, John Smith, und John Ismay, den Direktor der Reederei, der die Titanic gehörte.

Einige Darsteller der beiden Stücke gaben den Anwesenden auch dieses Mal wieder mehrere vielversprechende Kostproben und wurden dafür mit großem Beifall belohnt.

Von Nicole Wagner

Kommentare