Knappe Mehrheit für digitale Blitzanlage

Verkehrsüberwachung wird in Asbach erprobt

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Ein normaler Blitzer, wie auf unserem Foto, reicht in Asbach nicht aus - dort soll eine digitale Blitzanlage Raser wirksam ausbremsen.

Bad Hersfeld. „So ein Wirrwar, so ein Durcheinander“, klagte SPD-Fraktionschef Karten Vollmar, als es in der Bad Hersfelder Stadtverordnetenversammlung um die Einrichtung einer Tempo 30-Zone auf der B 62 in Asbach und die Geschwindigkeitsüberwachung durch das neue System „Section Control“ ging.

In der Tat war die Ausgangslage unübersichtlich: Tempo 30 war nämlich auf der vielbefahrenen Bundesstraße schon kein Thema mehr, weil ein Dauerstau zu befürchten war. Und die Komplettkontrolle der Ortsdurchfahrt durch Erfassung aller ein- und ausfahrenden Fahrzeuge sollte in erster Linie dem Lärmschutz und dann erst der Geschwindigkeitsreduzierung dienen. Wenn aber nun doch weiter 50 gefahren werden darf, ändere sich doch auch beim Lärm nichts, fragte der Fraktionsvorsitzende von NBL/Grüne, Michael Bock, nach der Sinnhaftigkeit der Vorlage. Auch der NBL-Stadtverordnete Jochen Kreissl sprach von „Permanentüberwachung“ und vermisste den Respekt vor den Bürgern.

Die sah auch die SPD außen vor gelassen, weil der Beschluss gefasst werden sollte, bevor die Einwohner des Stadtteils informiert beziehungsweise beteiligt worden sind.

Karsten Vollmar kritisierte zudem mit Blick auf Bürgermeister Thomas Fehling „beispiellose Technikgläubigkeit“, vermisste Informationen über die Kosten und sah den Datenschutz ungeklärt. „Wir wissen gar nichts, die Vorlage ist mangelhaft“, sagte Vollmar.

Das Thema zu vertagen klappte jedoch nicht, weil eine knappe Mehrheit dagegen war. Ebenso eng dann die Entscheidung für den Pilotversuch mit der neuen Blitz-Technik aus den Reihen von CDU, FDP, UBH und FWG/Die Linke.

Wieder einig waren sich die Parlamentarier schließlich darin, dass das Nachtfahrverbot für Lkw in diesem Bereich künftig besser überwacht werden soll. (ks)

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