Bei den Reisen der Ulli Meiß-Musiker steht die Völkerverständigung im Mittelpunkt

Kontakte in aller Welt

Er machte seinen Schulchor und die Blechbläser zu musikalischen Botschaftern: Im IKuZ studierte Chorleiter Ulli Meiß (rechts) auch mit den vergnügten Besuchern eine Textzeile ein. Foto: Schmidl

Bad Hersfeld. „Musikalisch sind wir Bundesliga, was wir den Jugendlichen durch unsere Kontakte anbieten, ist Champions League“, bewertet Chorleiter Ulli Meiß die Leistung und die Möglichkeit für die jungen Menschen, ihr Können bei hochkarätigen Konzerten und Konzertreisen zu präsentieren.

Meiß nutzte die Einladung zum Interkulturellen Abend im IKuZ, um 36 Konzertreisen in 26 Länder auf fünf Kontinenten vorzustellen, die er mit dem Chor der Modellschule Obersberg und dem Blechbläserensemble der Modell- und Gesamtschule Obersberg und der Konrad-Duden-Schule unternommen hat.

„Solche Reisen sind für die Entwicklung der Jugendlichen ganz wichtig, um sich in der zunehmend globalisierten Gesellschaft zurechtzufinden“, bekräftigte Ulli Meiß. „Sie werden dadurch viel toleranter und weltoffener“. Neben dem musikalischen Austausch steht vor allem die Völkerverständigung im Mittelpunkt der Reisen.

Der Chor, der 1996 von Ulli Meiß als Lehrer an der MSO gegründet wurde, unternahm 1998 die erste Konzertreise nach Wuppertal. Viele Reiseziele ergeben sich bis heute durch Schulpatenschaften, Städte-, Gemeinde- und Kreispartnerschaften.

Viele Zuschüsse

Ulli Meiß bemüht sich aber auch in Eigenregie um Kontakte weltweit. „Wir bekommen viele Zuschüsse und können die Reisen günstig anbieten. Das ermöglicht auch Schülerinnen und Schülern aus sozial schwachen Familien die Teilnahme“, freut er sich.

„Niemals ohne Dolmetscher“ ist Ulli Meiß mit seinen Schützlingen unterwegs, für die er fernab der Heimat die Last der Verantwortung trägt und auch als „Vater und Freund“ ansprechbar ist. Seine pädagogische Aufgabe sieht er darin, die Jugendlichen in der Persönlichkeitsentwicklung zu unterstützen und auf dem Weg in ein geordnetes Leben zu begleiten. Dazu gehört Disziplin. „Da muss auf jedes Wort gehört werden“.

Ob in Kroatien, Griechenland, Litauen, Sibirien, Norwegen, Australien oder Chile:„Wer unter 16 Jahren raucht oder Alkohol konsumiert, fährt nach Hause“.

Oftmals sind die Reisen eine beklemmende Begegnung mit der deutschen Geschichte, wie in Polen, Namibia oder in Frankreich. Manchmal ist es aber auch eine Grenzerfahrung für den Chorleiter selbst.

Die Konzertreise nach Indien ging Ulli Meiß durch die unglaubliche Armut „unter die Haut“ und hat ein Stück weit sein Weltbild verändert. In China wurden die Gäste aus Deutschland eine Woche lang komplett vom Geheimdienst beschattet, bei der turbulenten Reise nach Mexico machte ihnen der unerbittliche mexikanische Durchfall zu schaffen.

Wer so viel erlebt hat, kann auch viel erzählen – Von unglaublichen Landschaften, weltberühmten Bauwerken, fremden Kulturen und kleinen und großen Zwischenfällen. Die musikalischen Botschafter genießen die Gastfreundschaft der einfachen Menschen in den Gastfamilien, essen, was auf den Tisch kommt und begeistern überall mit ihren Konzerten, bei denen sie immer Lieder in der jeweiligen Landessprache im Gepäck haben.

26 Chorsängerinnen und Chorsänger begleiteten den informativen Abend im IKuZ musikalisch. Und weil hier Menschen aus aller Welt zu Gast sind, sangen sie Lieder in vielen verschiedenen Sprachen.

Von Gudrun Schmidl

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