Langfinger transportieren Altmetall für 100 000 Euro ab

Konjunktur kurbelt Schrott-Diebstähle an

Hersfeld-Rotenburg. Die Wirtschaft brummt. Dafür gibt es gesicherte Indikatoren: Ausfuhr-Rekorde, Umsatzzuwächse, sinkende Arbeitslosenzahlen und steigende Rohstoffpreise. Doch auch die Lage auf dem heimischen Markt für Altmetall zeigt an, dass die Konjunktur wieder rund läuft. Schrottdiebe patrouillieren in Stadt und Land und nehmen alles mit, was nicht niet- und nagelfest ist.

Allein im Landkreis wurden in diesem Jahr Schrott und Altmetall für 100 000 Euro gestohlen. In 20 Fällen griffen Metalldiebe in unserer Region auf Tiefbaustellen, bei Rohbauten, in Industriegebieten oder in Lagerräumen zu und transportierten neue Metallteile oder Schrott ab.

Wie Polizeisprecher Manfred Knoch berichtet, hat die Polizeidirektion auf die Konjunktur bei den Schrottdiebstählen reagiert und sowohl die Fahndung im Landkreis als auch im Zusammenspiel mit den Polizeidienstellen in den Nachbarkreisen und angrenzenden Bundesländern intensiviert.

So wurde im Frühjahr beispielsweise sieben Tonnen Aluschrott bei Nacht und Nebel abtransportiert, die in einem Bad Hersfelder Gewerbegebiet aufgehaldet waren. Aber auch eine alte Badewanne und ein Heizkörper, die in Heinebach herumstanden, oder alte Bremstrommeln in Neuenstein wurden von Schrottsammlern illegal abtransportiert. Ob überhaupt jeder Diebstahl gemeldet wird, scheint zumindest fraglich. Für die Polizei ist es keine Überraschung, dass die Diebstähle von Schrott sprunghaft steigen, sobald die wirtschaftliche Entwicklung anzieht.

Bei Grenzebach BSH stiegen die Einkaufspreise für Schwarzblech um 35 Prozent und für Edelstahlblech um ein Viertel. Auch hier regeln Angebot und Nachfrage den Preis. Bei der Firma Schrott Hugo in Bebra übersteigt die Nachfrage von Stahl- und Hüttenwerken, Gießereien und Walzbetrieben die Liefermöglichkeiten. „Wir haben so gut wie keinen Eingang“, erklärt Außendienstmitarbeiter Thomas Brandner. Zum Tage

Von Kurt Hornickel

Kommentare