Wilhelm-Neuhaus-Schule macht SMOG-Programm zum Bestandteil des Unterrichts

Konflikte mit Köpfchen lösen

Sie wollen Schule machen ohne Gewalt (SMOG): Claudia Fink (hinten Mitte), SMOG-Trainerin, erarbeitet mit den ersten und zweiten Klassen der Wilhelm-Neuhaus-Schule, hier mit der Klasse 2c, ein Programm zur Gewaltprävention. Foto: Skrzyszowski

Bad Hersfeld. Die Wilhelm-Neuhaus-Schule will Schule machen ohne Gewalt (SMOG). Mit dem Projekt „Klassenrat“ hat sie in den Jahrgangsstufen eins und zwei einen Baustein zur Gewaltprävention in ihren Schulalltag integriert.

Seit Januar dieses Jahres sind speziell ausgebildete Trainerinnen in Schulen in Osthessen unterwegs. In fünf Trainingseinheiten stellen sie den „Klassenrat“ in den jeweiligen Gruppen vor. Auch mit den Kindern der Klasse 2c von Brigitte Fett hat Claudia Fink an dem Präventionsprogramm gearbeitet.

Der Klassenrat

Einmal wöchentlich dürfen die Schüler im „Klassenrat“ nun eigene Anliegen und Probleme zum Thema machen, darüber sprechen und Entscheidungen treffen. Dabei gibt es bestimmte Regeln, an deren Einhaltung sich die Kinder gegenseitig erinnern: Alle hören demjenigen zu, der gerade spricht. Wer etwas sagen will, muss sich melden und braucht den „Erzählstein“. Die Kinder haben auch die Möglichkeit, sich bei Mitschülern für bestimmte positive Verhaltensweisen sowie Erlebnisse zu bedanken. Ihre Gefühle und Eindrücke können sie nach der Schulstunde mit Hilfe einer Gefühlsuhr beschreiben.

Im Auftrag von SMOG und Jollydent wurde das Konzept von Claudia König aus Fulda mit wissenschaftlicher Begleitung durch die Goethe-Universität in Frankfurt am Main entwickelt. Im vergangenen Jahr gewann „Klassenrat“ den Deutschen Kinderpreis.

Ungehindertes Lernen sei nur in einer positiven Klassenatmosphäre möglich: Ziele des „Klassenrates“ sind daher unter anderem die Integration aller Kinder in die Gemeinschaft, die Akzeptanz und Anerkennung individueller Fähigkeiten und Meinungen oder die Verbesserung des Selbstwertgefühls.

Von Nina Skrzyszowski

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