Kompromisse und ein Frühstart

Wer in der vergangenen und dieser Woche die Ausschusssitzungen der Bad Hersfelder Stadtverordnetenversammlung verfolgt hat, der durfte mit gewisser Erleichterung feststellen, dass sich die Parlamentarier des Ernstes der Lage bewusst waren. Ob es alleine das gewaltige Haushaltsdefizit von mehr als sieben Millionen Euro war, das die Kompromissbereitschaft wachsen ließ, oder ob auch das vom Bürgermeister gemalte Schreckensbild einer zahlungsunfähigen Stadt eine Rolle spielte, unter dem Strich kam jedenfalls vergleichsweise konstruktive Arbeit heraus – so etwa bei umstrittenen Themen wie dem Lullus-Sportpark oder dem Umzugs-Zuschuss fürs Buchcafé. Zwar mögen die mehrheitsfähigen Lösungen nicht alle glücklich machen, aber das gilt ja beispielsweise auch für die Grundbesitzer und Eltern, die künftig deutlich höhere Steuern beziehungsweise Kindergartengebühren bezahlen müssen.

Die offizielle Begrüßung des Ensembles der 64. Bad Hersfelder Festspiele findet am Montag in einer Woche in der Stiftsruine statt. Dann sind Schauspieler, Regisseure sowie die Mitarbeiter von Ton, Licht, Schneiderei, Bühne und Requisite vollzählig versammelt. Geprobt wird freilich schon vorher, denn die erste Premiere gibt es mit „Maria Stuart“ ja schon am Freitag, 13. Juni. Das ist nicht mehr lange hin. Deswegen wird Intendant Holk Freytag die Mitwirkenden dieses Stückes und des Musicals bereits übermorgen willkommen heißen.

Wenn man die Zeitungsmeldungen der vergangenen Wochen über laufende und geplante Windkraftprojekte verfolgt, dann beschleicht einen ein mulmiges Gefühl. Denn mit jedem Windrad mehr steigt die Wahrscheinlichkeit eines Szenarios, in dem der Blick über die waldhessische Mittelgebirgslandschaft in jedweder Richtung auf blinkende Lichter und kreisende Propeller trifft. Abgesehen davon, dass es nicht nur um schöne Aussichten geht, stellt sich die Frage, ob eine derartige landschaftliche Zergliederung sein musste oder ob es nicht auch andere Möglichkeiten gegeben hätte.

Kommentare