Zu wenig Brandschützer im Kreis besitzen Fahrerlaubnis

Kommunen in Not - Wehren fehlen Fahrer

Hersfeld-Rotenburg. Die Feuerwehren, die ausrücken, um anderen zu helfen, haben zurzeit selbst schwerwiegende Probleme und mit ihnen die Kommunen als Träger: Immer mehr Wehren fehlen Fahrer, die eine Fahrerlaubnis für Einsatzfahrzeuge über 4,75 Tonnen haben.

Das liegt an einer EU-Richtlinie. Danach können Einsatzfahrzeuge von 3,5 bis 7,5 Tonnen nicht mehr mit einem Pkw-Führerschein gefahren werden - ausgenommen sind die, die ihren Pkw-Führerschein vor dem 1.1.1999 gemacht haben. Die jüngeren ehrenamtlichen Feuerwehrleute müssen einen kostspieligen Führerschein der Klasse C1 (Lkw-Führerschein) vorweisen, um schwerere Feuerwehrfahrzeuge bis 7,5 Tonnen fahren zu dürfen.

Das bringt viele Freiwillige Feuerwehren vor allem in kleineren Kommunen in Bedrängnis – auch im Kreis Hersfeld-Rotenburg. Das bestätigte Kreisbrandinspektor Jürgen Weingarten auf Anfrage. Dies sei ein „gewaltiges Problem“ und es werde sich weiter zuspitzen, wenn die Politik keine Lösung finde, die für alle Beteiligten aktzeptabel sei.

Für den Gewichtsbereich bis 4,75 Tonnen hat der Bund den Ländern die Möglichkeit gegeben, selbst vereinfachte Regelungen für die Wehren zu schaffen. Für höhere Bereiche ist der Bund zuständig. Seit 1. Juli ist eine Verordnung der hessischen Landesregierung in Kraft, die erlaubt, dass Feuerwehrleute nach einer internen Schulung Feuerwehr-Fahrzeuge bis 4,75 Tonnen fahren dürfen. Das Problem ist nur: Die meisten Fahrzeuge wiegen mehr.

Deshalb forderten Politiker und Feuerwehr-Vertreter im Gespräch mit unserer Zeitung, eine vereinfachte Führerschein-Regelung für die Wehren auch für die Fahrzeuge zwischen 4,75 und 7,5 Tonnen zu schaffen. „Die Regelung des Landes nützt uns so gut wie nichts“, sagte der Nentershäuser Bürgermeister Ralf Hilmes. bericht rechts, zum Tage, Lokalseite 5

Von René Dupont

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