Abwasseranschlüsse müssen bis Ende 2024 untersucht werden

Kommunen schauen in die Kanalröhre

Hersfeld-Rotenburg. Bis Ende März 2012 müssen die Kommunen ein Konzept vorlegen, wie sie die privaten und kommunalen Abwasserleitungen zu den Hauptkanälen untersuchen und gegebenenfalls sanieren lassen wollen.

Zwischen 500 und 1000 Euro werde eine solche Untersuchung je Hausanschluss kosten, schätzt Stephan Gieseler, Direktor des Hessischen Städtetages. Zwei Modelle seien erarbeitet worden. Dem aktuellen Favoriten nach, liege die Umsetzung in der Hand der Kommunen. Diese würden die Untersuchungen nach standardisierten Methoden vornehmen lassen. Die Kosten könnten langfristig über die Abwassergebühren auf die Haushalte umgelegt oder in Abschlagszahlungen beglichen werden, sagte Dieter Runzheimer bei eines Treffens der Mitglieder des Hessischen Städtetages in Gudensberg.

Bis 2024 müssen die privaten und gemeindlichen Zuleitungen in die öffentlichen Kanäle überprüft werden. Das schreibt die Eigenkontrollverordnung vor. In Bebra sollen die Untersuchungen im Frühjahr starten, sagt Gerald Mock vom Abwasserbetrieb der Stadtwerke. Etwa 5000 Hausanschlüsse gibt es auf dem Gebiet der Stadt, schätzt Mock. Ende 2024 sollen alle Anschlüsse untersucht sein, lautet die Zielsetzung der Stadtwerke.

Auch die Stadt Rotenburg will erst nächstes Jahr mit den Untersuchungen beginnen, erklärt Thorsten Anacker vom Betrieb Netzunterhaltung der Stadtwerke. 8000 Anschlüsse habe die Stadt, deren Gebiet in 15 Gebiete für die Untersuchungen aufgeteilt worden sei. „Jedes Jahr ist eins dran“, erklärt Anacker, „mit 400 bis 500 Anschlüssen pro Jahr.

Die Stadt Bad Hersfeld hat mit den Kanalinspektionen bereits begonnen und geht gebietsweise vor. Mit den 8000 Anschlüssen will sie bis 2022 fertig sein. „Dann“, sagt Helmut Hildebrand vom Abwasserbetrieb, „haben wir noch zwei Jahre Puffer.“ ZUM TAGE, HINTERGRUND, SEITE 2

Von Silke Schäfer-Marg und Rainer Henkel

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