Kommunalwahl 2011: Wie geht es jetzt weiter im Kreis?

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HERSFELD-ROTENBURG. Gemeinsam feiern können sie schon: SPD und Grüne haben am Wahlsonntag im Bad Hersfelder Buchcafé zusammen die Kommunalwahl begossen.

„Wir haben in den vergangenen Jahren immer schon gut mit den kleinen Parteien zusammengearbeitet“, erklärt der SPD-Bundes- und Kreistagsabgeordnete Michael Roth, und speziell die Grünen seien dabei immer ein verlässlicher Partner gewesen. Und der Grüne Kreistagsabgeordnete Jörg Althoff macht klar: „Wir wollen im Kreistag im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten mitgestalten, aber nicht um jeden Preis“. Die Grünen wissen, dass sie künftig zum Zünglein an der Waage werden können.

Hinter den eigenen Erwartungen ist indes „Die Linke“ zurückgeblieben. „Wir hätten uns schon ein bisschen mehr erhofft,“ gibt Kreissprecher Horst Zanger zu. Dennoch freut er sich, dass die Linken sowohl im Kreistag als auch im Bad Hersfelder Stadtparlament vertreten sind, und das, obwohl der bislang einzige Linke mit Wählermandat, Frank Giesecke, „im Kreistag bisher nicht mit Glanzleistungen aufgefallen ist.“ Er sei daher von den Linken nicht mehr aufgestellt worden. Die Linken werden nun mit allen reden, sich aber noch nicht festlegen, sagt Zanger.

Einmütig ist bei Kreispolitikern aber die Enttäuschung über die schwache Wahlbeteiligung. „Wenn die Menschen schon nicht selbst politisch engagiert sind, dann sollen sie doch wenigstens wählen gehen“, sagt Landrat Dr. Schmidt. Michael Roth sieht eine wachsende Spaltung des Wahlvolks. Während einige „sehr klug“ das komplizierte Wahlsystem nutzten, gingen andere gar nicht mehr an die Urne. Die geringe Wahlbeteiligung sei aber auch Ausdruck der Unzufriedenheit mit den sehr beschränkten Einflussmöglichkeiten der Kommunalpolitik. Auch für viele der ehrenamtlichen Politiker bedeutet das Mandat heute „immer weniger Lust und viel Frust“. (kai)

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