HZ-Festspielmatinee in der City-Galerie machte Appetit auf Stiftsruinen-Theater

Da kommt was auf Sie zu!

Bad Hersfeld. Fünf Tage vor dem offiziellen Start der 61. Bad Hersfelder Festspiele ließen Intendant Holk Freytag und fünf Ensemble-Mitglieder schon einmal andeutungsweise durchblicken, was das Publikum in den kommenden Wochen in der Stiftsruine erwartet.

Was die Theaterleute während der Festspiel-Matinee am Sonntag in der City-Galerie im Gespräch mit HZ-Geschäftsführer Markus Pfromm durchblicken ließen, klang vielversprechend. „Diese Bilder, die dort entstehen, haben eine unglaubliche Kraft und Atmosphäre“, schwärmte beispielsweise Schauspielerin Andrea Cleven von den Proben zu „Der Name der Rose“.

Mehr als ein Krimi

Temperamentvolle Musical-Sängerin: Wietske van Tongeren vom Sunbset-Boulevard-Ensemble.

Holk Freytag will die Geschichte von Umberto Ecco nicht nur auf einen Klosterkrimi reduziert wissen und versprach „einen gewissen Mehrwert“ gegenüber der Verfilmung, weil auch Glaubensfragen angesprochen würden: „Da kommt was auf Sie zu!“

Freuen dürfen sich die Zuschauer unter anderem auf zwanzig Mönche, die gregorianische Lieder singen. Schauspieler Markus Gertken lobte die Mönchs-Darsteller des Chorvereins: „Ich sehe, dass immer mehr Spickzettel verschwinden, wenn sie zur Probe einziehen.“

Er selbst sei in dieser Spielzeit „richtig mies“ – als Inquisitor in „Der Name der Rose“ sowie als Tiger Shir Khan und Affenkönig Louie im „Dschungelbuch“. „Man muss mit einer kindlichen Seele ‘reingehen“, meinte Gertken zu seinem Einsatz im „Dschungelbuch“. Seismografen dafür, ob ihm das gelingt, seien seine beiden Kinder, die ihn am 10. Juli auf der Bühne erleben werden.

Einen Vorgeschmack auf die Qualität der diesjährigen Musical-Produktion „Sunset Boulevard“ gab Wietske van Tongeren mit zwei temperamentvoll vorgetragenen Songs (darunter „A New Life“ aus „Dr. Jeckill and Mr. Hyde“), bei denen sie vom musikalischen Leiter des Musicals, Christoph Wohlleben, am Piano begleitet wurde.

Obwohl beide im selben Stück spielen, werden sich Wietske van Tongeren und Hauptdarstellerin Helen Schneider nicht auf der Bühne begegnen, wie sie lachend feststellten. Sie telefonieren im Laufe der Handlung nur einmal miteinander.

Ständig präsent sein wird dagegen Rasmus Borkowski in seiner Rolle als Drehbuchautor Joe Gillis. Er schilderte anschaulich die familiäre, aber längst nicht spannungsfreie Campus-Atmosphäre unter den Schauspielern während der Probenphase.

Wie Regisseur Jean-Claude Berutti in drei Sätzen verpflichtet wurde, Shakespeares „Hamlet“ für die Stiftsruine zu inszenieren, erzählte Holk Freytag. Berutti habe auf das Angebot lediglich geantwortet: „Dann brauche ich den besten Fechtmeister der Welt.“ – „Den kriegst du“, versprach der Intendant. Damit war die Sache besiegelt.

Für eine unterhaltsame und informative Stunde bedankte sich schließlich Markus Pfromm mit Blumen bei seinen Gesprächspartnern.

Einen Blumenstrauß für seine Großmutter, die im Publikum saß, bekam auch Philipp Kaufmann, der Manager der City-Galerie, der sein Haus für die Matinee zur Verfügung gestellt hatte.

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Festspiel-Matinee City Galerie

Von Peter Lenz

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