Kommentar zum Amphibienschutz: Auf die lange Bank geschoben

Hersfeld-Rotenburg: Nur zwei der 17 stationären Amphibienschutzanlagen im Landkreis Hersfeld-Rotenburg sind überhaupt funktionstüchtig. Ein Kommentar dazu von Jan-C. Eisenberg:

Der Kammmolch bremst den Bau einer Autobahn, Mopsfledermaus und Schwarzstorch verhindern Windparks, und die Frage, ob für die Gelbbauchunke runde oder eckige Durchlässe eingebaut werden sollen, sorgt für Streit. Solche Beispiele werden gerne aufgegriffen, um zu verdeutlichen, dass es mit dem Naturschutz offenbar übertrieben wird.

Bei den Krötentunneln zeigt sich das gegenteilige Extrem: Verbesserungen wären schon mit vergleichsweise geringem Aufwand möglich - indem zumindest die schadhaften Anlagen abgeräumt würden. Den schlechten Zustand alleine auf das Alter zu schieben, greift aber zu kurz: Das erklärt nicht, warum ausgerechnet die neuesten Anlagen an die falsche Stelle gesetzt wurden. Grundsätzlich ist es richtig, dass vor weiteren Investitionen erst deren Sinn überprüft wird. Da die Mängel teilweise schon seit 20 Jahren bekannt sind, liegt der Verdacht nahe, dass das Problem auf die lange Bank geschoben wurde. Jedes verstreichende Jahr bezahlen Tausende Tiere mit ihrem Leben.

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