250 Dinge, die wir an der Region mögen, Teil 16: Der „Rhäden“ bei Obersuhl, ein Naturparadies mitten in Deutschland

Im kommenden Frühjahr wird es wieder laut

In der Winterzeit ist es ruhig, aber mit dem Beginn des Frühlings wird es auf den Teichen und an deren Rändern lebhaft. Dann kommen in großen Scharen die Wat-und Wasservögel aus den Winterquartieren zurück. Foto: Manns

Obersuhl. Im Schatten des mächtigen „Monte Kali“ im „Land der weißen Berge“ liegt zwischen Dankmarshausen und Wildeck-Obersuhl der „Rhäden“, ein einzigartiges großes Feuchtbiotop.

Der Rhäden war einst eines der größten Feuchtgebiete im hessisch-thüringischen Grenzland und damit Lebensraum einer äußerst vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt. Nach mehrfachen Trockenlegungsphasen seit dem Jahre 1859 folgte eine langjährige Grünland- und Ackernutzung.

Seit den 70er Jahren ist er wegen gestaltender Renaturierungsmaßnahmen eines der bedeutendsten Rastgebiete für Wat-,Wasser- und Wiesenvögel in Hessen und Thüringen.

Revierkämpfe

Zu Zeiten des Kalten Krieges teilte die deutsch-deutsche Grenze den „Rhäden“ in zwei Hälften. Seit dem Fall der Mauer ist das Naturschutzgebiet wieder geeint und man kann es ungestört durchwandern und die unberührte Natur genießen. In der Winterzeit ist es ruhigen aber mit dem Beginn des Frühlings wird es auf den Teichen und an deren Rändern lebhaft. Dann kommen in großen Scharen die Wat-und Wasservögel aus den Winterquartieren zurück und es geht mit den Revierkämpfen los.

Die Graugänse machen mit lautem Geschnatter deutlich, wie weit das Nachbarpaar gehen, bzw. schwimmen darf. Da kommt es auch schon mal zu heftigen Auseinandersetzungen und es fliegen sprichwörtlich die Federn.

Sehr beeindruckend ist es, wenn die Frösche in unregelmäßigen Abständen mit lautem Gequake ein vielstimmiges Konzert anstimmen und alles andere übertönen.

Für den Wanderer ist der Rundweg um den „Rhäden“ eine schöne und gut begehbare Strecke. Für alle Naturfotografen bieten die Beobachtungsunterstände eine ideale Möglichkeit zum Fotografieren der Tierwelt auf dem nahen Wasser, ohne dass die Tiere gestört werden. Mit ein wenig Glück kann man im Frühjahr auf dem Storchenhorst, unweit des Parkplatzes an der Straße nach Dankmarshausen, ein Storchenpaar bei der Balz mit lautem Schnabelklappern beobachten und auch hören. Der Rhäden ist eine Auenlandschaft von überregionaler Bedeutung, als Lebensraum bedrohter und gefährdeter Vogelarten sowie zahlreicher anderer, seltener Tier- und Pflanzenarten. Weitere Informationen gibt es im Internet unter: www.rhäden.de

Von Gerhard Manns

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