Das Lullusfest ist bei Schaustellern beliebt – Wohnwagen-Camp am Geistalbad

Kollegen-Neid zu Lolls

Lieben das Leben auf Reisen: Jutta Plesser und ihr Enkelsohn Bernie Dietrich campieren zusammen mit den anderen Schaustellern zurzeit am Parkplatz vor dem Geistalbad in Bad Hersfeld. Auf Lolls betreibt die Firma Plesser den „Brezelkorb“. Foto: Rössing

Bad Hersfeld. Während am Marktplatz fleißig die letzten Stände aufgebaut werden, herrscht am „Campingplatz“ der Schausteller vor dem Geistalbad Stille. Nur Familie Plesser, die am Lolls den „Brezelkorb“ betreibt, ist anzutreffen. Es duftet nach frischem Kaffee und Dackel „Quacksi“ bellt fröhlich zur Begrüßung. Die Familie und ihr mit Personal haben sich am Parkplatz vor dem Schwimmbad mit ihren Wohnwagen häuslich eingerichtet.

„Wir freuen uns immer, wenn wir in Bad Hersfeld dabei sein dürfen!“, berichtet Jutta Plesser, die die Firma zusammen mit ihrem Mann führt. Seit Mitte der 1990er Jahre bekommt die Familie etwa jedes zweite Jahr die Erlaubnis, ihre Brezeln am Lollsfest zu vertreiben. Die Bewerbung für das nächste Jahr sei auch schon abgeschickt. Den ganzen Sommer lang sind die Plessers mit ihren fahrenden Häusern und dem „Brezelkorb“ auf Jahrmärkten unterwegs. Nur im Winter kehren sie in ihr Haus in Herne (Nordrhein-Westfalen) zurück.

Häuser auf Rädern

Während der Monate auf Reisen fehlt es ihnen aber an nichts: „Die Wohnwagen sind voll ausgestattet: Wir haben Dusche, WC, fließend Wasser und natürlich Strom, den wir von den Stadtwerken bekommen“, erklärt die Schaustellerin. „Auch unsere Mitarbeiter haben eigene Wagen.“ Die Familie liebt das Reisen und kennt es auch nicht anders. Jutta Plesser ist selbst in einer Schaustellerfamilie aufgewachsen. Früher besuchten die Kinder Internate und durften am Wochenende mit ihren Familien leben. Heute gäbe es extra Bereichslehrer, die zu den Schaustellern kämen. Auch der zwölfjährige Enkel der Familie, Bernie Dietrich, muss während der Lollszeit büffeln. Er ist zum ersten Mal in den Ferien mit seinen Großeltern in Bad Hersfeld.

Die Schausteller müssen dann arbeiten, wenn andere Freizeit haben, „doch wir lieben das!“, erzählt Jutta Plesser. „Gerade in Bad Hersfeld ist es so schön. Man kennt sich mittlerweile und am Stand wird auch schon mal ein Pläuschchen mit den Kunden gehalten.“ Befreundete Schausteller seine sogar fast ein bisschen neidisch, wenn sie hören, dass die Familie einen Platz auf Lolls ergattert hat.

Der einzige Wermutstropfen sei, dass gerne auf Stellplätzen eingebrochen würde. Die Wohnwagen seien aber auch mit Alarmanlagen gesichert und Dackel „Quacksi“ schrecke auch den einen oder anderen mit seinem Bellen ab. Nun freut sich die Familie erst einmal auf eine schöne Lollswoche, bevor sie zu ihrer nächsten Station, nach Werne an der Lippe, aufbricht.

Von Sarah Rössing

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